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Das angegebene .Verfahren bedingt eine fortgesetzte Kontrolle
der Lagerbestände und dürfte nur in Betrieben anwendbar sein, die
mit wenigen Sorten Rohmaterial zu rechnen haben und dadurch in
der Lage sind, Zu- und Abgänge in den Lagerbüchem ordnungs
mäßig z#i verzeichnen. Auch wird vorausgesetzt, daß der Wert
der Fabrikate und Halbfabrikate sich ohne weiteres bestimmen läßt.
b) Eine Waggonbauanstalt, die nur auf Bestellung hin produziert,
rechnet monatlich den Bruttogewinn wie folgt x ):
Arbeitslöhne (produktive)
Mk. . . .
Materialien . .
Unkosten ...
,, ...
Ausgaben
Mk. . . .
Einnahmen aus Verkäufen
D ...
Unterschied
-j- Mehrbetrag 1 der Halbfabrikate am Ende
— Minderbetrag f des Monats oder des Jahres
Mk. . . .
gegen Monats(Jahres)anfang
Mk. . . .
-f- Erlös für Altmaterial
Bruttogewinn
Mk. . . .
-f- Zinsen, außerordentliche Gewinne ....
Mk. . . .
-5— Abschreibungen . .
Mk. . . .
c) Eine scheinbar reicht einfache Formel ist in einigen Lehr
büchern über Fabrikbuchhaltung zu finden: Man ermittelt allmonat
lich den Verbrauch an Materialien, direkten Löhnen und allgemeinen
Unkosten = 2 V, dann den Wert des monatlichen Warenverkaufes,
der in Arbeit befindlichen Waren sowie der für den eigenen Bedarf
erzeugten Fabrikate = 2 P. Der Gewinn ist dann gleich der Differenz
von 2 P und 2 V.
Diese Formel ist ganz falsch;, sie bedeutet so viel als: wenn
ein Kaufmann in einem Monat für Mk. 30000 Waren verkauft und
im gleichen Monat Mk. 2000 Unkosten hat, dann sind Mk. 28 000
als Monatsgewinn anzusehen! Die angeführte Formel ist nur dann
richtig, wenn auf Bestellung gearbeitete und nur die Fabrikate
des betreffenden Monats in dieser Zeit auch verkauft werden, oder
wenn die Verbrauchs- und Produktionsziffern aller, auch die vor
hergehenden Monate einschließlich der Anfangsbestände eingesetzt
') Vgl. Schrey a. a. O. S. 135