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Zweites Buch. Die Gegner.
(Etudes sur l’Economie politique), die 1837 erschienen sind 1 ), bringt
er als Beweis für die Richtigkeit der in den neuen Prinzipien niedergelegten
Gedanken eine große Anzahl beschreibender und historischer Unter
suchungen, besonders über die Lage der Landwirte in England, Schott
land, Frankreich und Italien.
Die abweichende Stellung Sismondi’s erstreckt sich aber nicht auf
die theoretischen Grundgesetze der Nationalökonomie. Er erklärt im
Gegenteil, in dieser Hinsicht ein Schüler Adam Smith’s zu sein 2 3 ). Sie
wendet sieh gegen die Methode, den Gegenstand und die praktischen
Schlußfolgerungen der klassischen Schule. Untersuchen wir seine
Gründe in Hinsicht auf jeden dieser Punkte.
Was zunächst die Methode anlangt, so macht er eine richtige Unter
scheidung zwischen Smith und seinen Nachfolgern, Ricardo und J.-B. Say.
„Smith,“ sagt er, „bemüht sich, jede Tatsache in dem sozialen Zusammen
hang, dem sie zugehört, zu untersuchen,“ und „sein unsterbliches Werk
ist das Ergebnis einer philosophischen Untersuchung der Geschichte des
Menschengeschlechtes“ 8 ). Dagegen macht er Ricakdo die abstrakte
Methode, die er in die Wissenschaft eingeführt hat, zum Vorwurf. So sehr
er Malthus bewundert, „der mit der Kraft und der Weite des Geistes
die gewissenhafte Untersuchung der Tatsachen verband“ 4 * ), so sehr wider
strebt es ihm, „die abstrakten Schlußfolgerungen, die Ricardo und seine
Schüler von uns fordern, zuzugeben“ 6 * ). In den Augen Sismondi’s ist die
Nationalökonomie eine „moralische Wissenschaft“, in der „alles einen
Zusammenhang“ hat, und in der man einen falschen Weg beschreitet,
wenn man sich bemüht, „ein Prinzip zu isolieren, und nichts außer ihm
zu sehen“*). Sie beruht vor allem auf der Erfahrung, der Geschichte und
der Beobachtung. „Die menschlichen Zustände“, sagt er an einer anderen
Stelle, „muß man vor allen Dingen in ihren Einzelzügen studieren. Man
muß nacheinander einen Zeitabschnitt, ein Land oder einen Beruf be
sonders eingehend untersuchen, um einen genauen Begriff zu bekommen,
was der Mensch ist, und wie die Einrichtungen auf ihn wirken ... Ich bin
*) 2 Bände, Paris 1837 und 1838.
2 ) N. P.; S. 50—51. „Die Lehre A. Smith’s ist die unsere, aber das praktische
Ergebnis seiner Lehre, das wir ihm entlehnen, scheint uns oft dem, das er daraus zieht,
diametral entgegengesetzt zu sein.“
3 ) Ebenda, S. 56. „A. Smith erkannte an, daß die Regierungskunst auf Ver
suchen beruhe; daß sie sich nur auf die Geschichte der verschiedenen Völker gründen
könne, und daß man nur aus einer abwägenden Beobachtung der Tatsachen Prinzipien
abzuleiten vermöge. Sein unsterbliches Werk ... ist das Ergebnis einer philosophischem
Untersuchung der Geschichte des Menschengeschlechts.“ Vgl. auch ebenda, I, S. 47,389.
4 ) Ebenda II, S. 268. Vgl. auch S. 388, 389.
s ) Ebenda, S. 56. An verschiedenen anderen Stellen wendet er sich gegen
Ricardo: I, S. 257, 300 und ff.; S. 336, 366 und 423; II, S. 184, 190, 218 und 329.
*) Ebenda, S. 56.