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rung des Materials ist, je mehr Ausgabestellen vorhanden sind, desto
größer ist die Gefahr der Verluste durch unredliche oder fahrlässige
Gebarung, desto größer die Bedeutung wiederholter scharfer Kontrolle.
Materialpreise. '
§ 15. Die Materialien, deren Umformung oder Umwandlung
Zweck der Unternehmung ist, sind entweder auf eigenem oder
fremdem Lager, oder sie werden von auswärts vollständig be
arbeitet, teilweise bearbeitet bziw. in rohem Zustande bezögen, ein
gekauft, oder sie werden im eigenen Betriebe selbst erzeugt.
Die Verrechnung des Materialverbrauchs in der
Kalkulation erfolgt zum wirklich bezahlten oder dem gegenwärtigen
Anschaffungswert, zu einem unveränderlichen Normal
oder Verrechnungspreis. In einzelnen Betrieben mit stark
schwankenden Materialpreisen läßt man den Wert der Rohstoffe
zunächst unberücksichtigt, kalkuliert nur die Herstellungs-
bzw. Bearbeitungskosten und rechnet als Materialselbstkostenpreis
jenen Anschaffungspreis an, der für den Deekungskauf des ver
arbeiteten Materials zu bezahlen ist (z. B. Kupferwalzwerke).
a) Gewöhnlich werden die zur Verarbeitung kommenden Lager
vorräte zum wirklich bezahlten Anschaffungswert,
d. i. Einkaufspreis, einschließlich aller Bezugskosten bis in die
Fabrik und einschließlich der Bearbeitungskosten des Materials
kalkuliert. Der Tagespreis bleibt unberücksichtigt 1 ).
b) In der Kostenberechnung berücksichtigt man trotz der Lager
vorräte den gegenwärtigen Tagespreis. Der Preisunter
schied zwischen den wirklich bezahlten und den anzurechnenden
Tagespreisen geht zugunsten oder zu Lasten des Unternehmer
gewinns. Ist der Preis der Rohstoffe, von denen noch alte Be
stände vorhanden sind, und die nun aufgearbeitet werden, gesunken 2 ),
wird für das Angebot, für das, falls erhebliche Konkurrenz der
Produzenten in Betracht kommt, der billigste Preis entscheidet, der
*) Vgl. Schmalenbach, in dessen Zeitschrift, III. Jahrgang, S. 50f.
*) Ein Hochofenwerk berücksichtigt beim Jahresschluß den Marktpreis der
Bestände wie folgt:
<* *) Bestand -f- Eingang bis 1. Dezember:
15 000 t zu 10 Mk. (Durchschnittspreis) = 150 000 Mk.
ß) Ausgang:
14 000 t zu 10 Mk. (Durchschnittspreis) = 140 000 Mk.
Lagerbestand Ende Dezember 600 t zum Marktpreis des Monats Dezember zu
7 Mk. = Bestandswert 4200 Mk. Der Verbrauch im Monat Dezember von 400 t
berechnet sich wie folgt: 150000— (140000-f-4200) = 5800 Mk. auf die Tonne
berechnet 14,50 Mk. Selbstkostenpreis des Verbrauchs im Monat Dezember. Di*
Wertminderung der Lagerbestände wird in diesem Beispiel dem letzten Pro
duktionsmonat zur Last geschrieben.