Full text : Bevölkerungslehre

2, Kap. Volkszahl und Volkswachstum 287

menschlichen Lebens mit 75 Jahren ansetzen könne. Nimmt man
an, daß alle Geborenen dieses Alter erreichen, dann aber sterben,
so würde die Jährliche Sterblichkeit 1:75 betragen ‘oder auf
1000 Lebende 13,3 °). Wenn, wie wir gesehen haben, in manchen
Ländern heute die Sterblichkeit geringer ist, als dieses so berechnete
Mindestmaß, so hat dies seine Ursache darin, daß in den betreffenden
Ländern der Altersaufbau der Bevölkerung so beschaffen ist, daß
die der Sterblichkeit am wenigsten ausgesetzten Altersklassen noch
in ganz besonders großem Ausmaße vertreten sind.
Wo eine Bevölkerung, wie dies in den letzten Jahrzehnten in
den meisten europäischen Staaten der Fall war, an Zahl stark zunimmt,
 wenn also ein erheblicher Geburtenüberschuß vorhanden ist,
da sind die jüngeren Altersklassen den älteren und ältesten gegenüber
 besonders stark vertreten. Wenn auch, wie wir noch sehen
werden, die Sterblichkeit im Säuglingsalter sehr hoch ist, sodann
abnimmt, um in den späteren Lebensjahren wieder anzusteigen, so
führt ein hoher Geburtenüberschuß doch zu einem relativ so geringen
Anteil der höheren, dem Tode am meisten ausgesetzten Altersklassen,
daß damit die Sterblichkeit noch unter das eben berechnete Mindestmaß
 herabgedrückt werden kann. Wie verschieden die Sterblichkeit
in den einzelnen Altersstufen ist, das zeigt für Deutchland die folgende
Tabelle. Es starben hier im Jahre 1924 von 1000 Lebenden der
nebenstehenden Altersstufen

ı bis unter 5 Jahre
3 7 » 10
:o »”„ »»
15 »# #
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25 »
30 La
35 »
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75 ” „
80 ”
85

5
60
65
70
Y*.
E
C
» 90
über 00

’

männlich

m

8
45
2 I
3

42
+8
6,2
8,5
12,4
18,9
29,7
46,4
75:0
119,3
188,4
284,3
323,5

weiblich

7:9
1,6
1,4
2,7
3,9
4:3
46.
5,14
6,0
7:6
10,6
15,6
24:8
49:3
67,2
110,9
173,5
270,5
302,8

1) Chr. Bernouilli, Handbuch d, Populationistik, 1841, S. 374 ff
            
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