2. Kap. Volkszahl und Volkswachstum 299
man an den Wirkungen des Geburtenausfalles während des Krieges.
Nach den Berechnungen des Instituts für Konjunkturforschung *) beträgt
die Zahl der Jugendlichen, die das 15. Lebensjahr vollenden,
also in das arbeitsfähige Alter hineinwachsen, im Deutschen Reiche
in den Jahren
1928
1929
«930
:931
1932
1933
1934
Diese Zusammenhänge werden deutlich, wenn man die Wandiungen
im Altersaufbau der deutschen Bevölkerung betrachtet,
Änderungen, die unter dem Einfluß der Verschiebungen stehen,
die sich jetzt schon in der Sterbe- und Geburtenhäufigkeit vollzogen
haben. Man erkennt bereits deutlich die Zunahme der älteren
Schichten der Bevölkerung. Es sind das Wandlungen, die sich auch
ohne die Wirkungen des Krieges, wenn auch dann in etwas anderer
Form, vollzogen hätten. Im Deutschen Reich standen von 1000 Einwohnern
in einem Alter von Jahren
‚ 241 000
226 000
937 900
599 000
624 000
627 000
976 000
[935 1 269 000
1936 1 254.000
1937 1 156 000
638 1 081 000
1939 1 067 000
1940 1 072 000
Jahre 1900
anter 15 348
15—40 395
40—60 179
50 u. mehr 8
in den Jahren
1910 1919
349 285
400 416
181 209
79 90
1925
258
430
220
92
Wenn auch bis jetzt, vornehmlich infolge des andauernden
starken Rückganges der Geburtenhäufigkeit, diese Zunahme des
passiven Teils der Bevölkerung noch nicht sehr stark in die Erscheinung
getreten ist, so wird das doch deutlich werden, wenn der
Geburtenrückgang eines Tages zum Stillstand gekommen sein’ wird,
Dann wird sich der sogenannte Belastungskoeffizient der
Bevölkerung ®), das zahlenmäßige Verhältnis des passiven zum
aktiven Teil der Bevölkerung, ungünstiger gestalten. Hier handelt
es sich um Wirkungen, die sich heute in ihrem Ausmaße iedoch
kaum genauer übersehen lassen.
Wir haben jedenfalls gesehen, daß die Sterblichkeit in neuerer
Zeit in den Kulturstaaten nicht mehr die Rolle als repressives
Hemmnis des Volkswachstums spielt, wie Malthus noch in seiner
» Vierteljahrh. z. Konjunkturforschung, 3. Jahrg., Heft I, S. 33.
?) Vgl. dazu K. Ballod, Grundriß d. Statistik, 1913, S. 30ff.