thumbs : Durch die Kriegswirtschaft zur Naturalwirtschaft

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den  Japanern  längs  der  russischen  Küste  Fischfangrechte  eingeräumt,  um  die
fast  ein  neuer  Krieg  heraufbeschworen  worden  wäre.  Die  Russen  haben  keinen
so  entwickelten  Fischfang,  wie  die  Japaner,  welche  die  Fische  nicht  nur  als
Nahrungsmittel,  sondern  auch  zur  Düngung  verwenden.  Der  Fischfang  ist
daher  von  großer  Bedeutung  für  Japan.  Derartige  Beispiele  ließen  sich  leicht
vermehren.

2.  Beute  und  sonstige  Kriegs  erfolge.
Daß  durch  Okkupation  und  Schaffung  von  Interessensphären  der  siegreiche
Staat  seinen  Bürgern  erhebliche  Vorteile  verschaffen  kann,  haben  wir  zur  Genüge ­
  gesehen;  das  ist  auch  im  allgemeinen  bekannt.  Weniger  klar  pflegt  man
sich  darüber  zu  sein,  daß  kriegerische  Erfolge  oder  militärische  Pressionen
auch  unmittelbar  dazu  führen  können,  daß  Gegenstände  dem  Feinde  weggenommen ­
  werden  oder  er  zu  konkreten  Handelsgeschäften  gezwungen  wird.
Daß  es  in  einem  Kriege  nicht  ohne  Beutemachen  abgeht,  ist  leicht  begreiflich.
Die  Seele  der  Menschen  wird  durch  den  Krieg  wesentlich
umgewandelt  und  aus  allen  Kriegen  können  wir  mehr  oder  weniger  krasse
Fälle  von  Beutemachen  zusammenstellen.  Aber  dieses  Beutemachen  der  Soldaten ­
  verbleibt  in  verhältnismäßig  engen  Grenzen,  zumal  ihm  schon  um  der
Disziplin  willen  entgegengewirkt  werden  muß.  Anders  steht  es  aber  mit  der
Wegnahme  von  Waren,  Schiffen  usw.  in  großem  Maßstabe.  Daß  derlei  in  solchen ­
  Dimensionen  möglich  ist,  daß  man  den  Gegner  dadurch  empfindlich  zu
schädigen  vermag,  ist  heute  vielfach  vergessen,  weil  seit  den  Napoleonischen
Kriegen,  in  denen  diese  Methoden  reichlich  zur  Anwendung  kamen,  bald
hundert  Jahre  vorüber  sind.  In  welcher  Weise  z.  B.  die  Engländer  vor  hundert
Jahren  operierten,  zeigt  Tabelle  XXIX,  die  ich  dem  trefflichen  Werk  von
Peez  und  Dehn  entnehme.  Wir  sehen  aus  derselben,  daß  die  Engländer

Tabelle  XXIX.
Von  den  Engländern  weggenommene  und  in  ihre  Flotte  eingestellte  Schiffe.

1801
1802
1803
1804
1805
1806

2800
2800
2300
2500
2500
2600

1807
1808
1809
1810
1811
1812

2800
3200
3500
3900
4000
3900

jährlich  etwa  3000  Schiffe  weggenommen  haben,  in  zwölf  Jahren  also
ungefähr  32  000,  das  ist  siehr  viel,  selbst  wenn  die  kleinsten  gekaperten
Segelboote  in  diese  Ziffer  mit  eingeschlossem  sind.  Mit  solchen  Vorkommnissen, ­
  vielleicht  in  noch  größerem  Maßstabe,  muß
man  im  Weltkriege  der  Zukunft  rechnen.  Wenn  die  Engländer
Gelegenheit  dazu  finden,  werden  sie  die  großen  Dampfer  der  Hamburg-Amerika-Linie
  möglichst  rasch  in  ihre  Hand  zu  bekommen  suchen.  Eine  derartige  Kaperung
ist  umso  naheliegender,  als  die  meisten  großen  Dampfer  ihre  eigene  Kriegsbestimmung ­
  haben,  also  einen  Teil  der  Kriegsflotte  bilden  dürften.
Die  Engländer  haben  ebenso  wie  andere  Staaten  immer  jene  Bestimmungen
des  Seekriegsrechtes  anerkannt,  die  ihnen  den  meisten  Vorteil  brachten.  Daß
sie  diesen  Standpunkt  einnehmen,  kann  man  aus  allen  öffentlich  geführten  Verhandlungen ­
  über  diesen  Gegenstand  entnehmen.  1778  vertraten  die  Engländer
die  Anschauung,  die  neutrale  Flagge  decke  die  Ware  nicht.  Erst  nach  dem
Krimkriege  wurde  diese  Bestimmung  abgeändert.  Aber  wenn  auch  die  Tendenz
da  ist,  im  Seekriegsrecht  möglichst  viele  neutrale  Positionen  anzuerkennen,  so
wird  doch  schließlich  immer  derjenige,  welcher  die  Seemacht  hat,  auch  das
Seerecht  bestimmen.
Aber  auch  die  Wegnahme  von  Warenlagern  muß  man  erwarten,
selbst  wenn  dadurch  die  Neutralität  und  das  Völkerrecht  verletzt  werden  sollten.
Es  wäre  ja  ein  großer  Fortschritt  auf  dem  Gebiete  der  internationalen  Organisation,
            
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