Full text: Handbuch der vergleichenden Statistik- der Völkerzustands- und Staatenkunde

526 ALLGEMEINE ^VERHÄLTNISSE. — Vermischte Notizen. 
Die frühem hohen Geburtszahlen sind um so auffallender, als 
damals die Eintragung der Geburten in die Register keinenfalls mit der 
jetzigen Vollständigkeit, die von Protestanten und Juden aber überhaupt 
officiell gar nicht stattfand. Berechnungen über die Zeit der Verdop 
pelung der Einwohnerzahl in den verschiedenen Ländern sind prak 
tisch werthlos. Fast jede neue Zählung, selbst in dem kurzen Zeiträume 
von 3 oder 5 Jahren, liefert ganz andere Ergebnisse als die vorherge 
hende.*) Das 8. g. Mal thus'sehe Gesetz über Vermehrung der Bevölke 
rung hat sich nirgends bewährt. 
Consumtion der Hauptnahrungsmittel in den verschiedenen Städten 
und L&ndem. Leider sind die Nachweise darüber noch sehr unvollständig 
und unzuverlässig zugleich. Wir wollen indess wenigstens einige Notizen 
geben, wobei wir die Berechnungen des Obersteuerraths Ewald zu 
Grunde legen (die von uns abgeänderten oder neu eingeschalteten Ziffern 
sind mit Sternchen bezeichet). Jährliche Consumtion per Kopf: 
Brod. Die Consumtion 
ist stärker in Süd- als in 
Norddeutschland u. stär 
ker auf dem Lande als in 
den Städten. 
in Preussen 324 Pfd. 
- Baden 471 - 
- England 450 - 
- Frankreich 495 - 
Stdt. Darmstadt 321,4 Pf. 
- Frankfurt 322,45 - 
* - Paris 365 
Fleisch : 
*in Preussen 35,5 Pf. 
Königr.Sachsen41,67 - 
Baden 50,8 
Kant. Thurgau 39 
*Spanien, Land 16,08 - 
Städte 46,06 - 
Frankreich 39,4 
»Städte 106,9 - 
»Land 12 
England, blos 
Rindfleisch 78,67 - 
In Palermo ist (nach 
ring, dass (während man 
England, alles 
Fleisch 136 Pf. 
»Belgien 84,46 - 
Durcnsch.v.94 
Preuss.Städt. 83,6 
»Stadt Malaga 29,24 - 
Münster 51,75 - 
»Brüssel 75 
»Dresden 87 
Bremen 89 
»Hamburg 92 
»Barcelona 60,06 - 
»Madrid 95,18 - 
Stdt.Magdeburg 97 Pf. 
Frankfurt 152,32 - 
Darmstadt 101,7 
Wien 151 (?) - 
Berlin 114 
Coblenz 140 
»Augsburg 149 
Nürnberg 167 
München 171 
»Paris 118,99 - 
Basel 153 
Genf 235 (?) - 
briefl. Mittheilungen) die Fleischconsumtion so ge 
rn Brüssel, obwol dasselbe oben nur mit so geringer 
*) Achille (Juillard, in seinen y>Íüéments de Statistique humaine ou Démogra 
phie comparée,<i macht die Bemerkung: «La nature et Fart rivalisent de fécon 
dité; chaque produit du travail amène un travailleur de plus. , Cette merveilleuse 
correspondance nous a induit à poser le problème suivant: »»Étant donnée la pro 
duction d'un pays, déterminer sa population, et réciproquement, »n 
Der franz. Nationalökonom P a s s y einnert: » Les populations slaves et ma 
gyares sont les moins denses et chez qui le blé est au plus bas prix, — parce qu’el 
les sont les plus dénuées d’industrie. Et cependant le blé y est encore trop cher 
pour les pauvres créatures qui le produisent. C’est presque uniquement de seigle 
qu’elles vivent, et tandis quen France le blé est au seigle comme 'à est à 1, en An 
gleterre comme 4 est à \ , en Russie, Pologne, Hongrie il est comme 1 est à 7, 
même à 9. 
Tooke berechnet, der Erndte-Ausfall bewirke folg. Steigen der Preise : 
Ausfall: 10% 20% 30% 40% 50% 
Steigen: 30% 80% 160% 280% 450% 
Doch hängt gar Vieles von andern Umständen ab, insbesondere leichter 
Zufuhr von auswärts, Vorräthen etc.
	        
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