Metadata: Nationalökonomie (Teil 1)

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Wie es bei der Produktion die Aufgabe ist, mit Aufwendung von 
möglichst wenig Arbeitskraft und geringer Wertvernichtung möglichst 
viel Werte zu erzeugen, so ist es die Aufgabe der Konsumtion, mit 
möglichst geringen Werten einen thunlichst hohen Nutzeffekt in der 
Befriedigung menschlicher Bedürfnisse zu erreichen. 
$ 13. 
Die Natur als Produktionsfaktor. 
der 
Knies, a. a. O0. S. 44. 
v. Bär, Ueber den Einfluß der äußeren Natur auf die sozialen Verhältnisse 
einzelnen Völker ete. i. s. Reden, Bd. II. Petersburg 1876. 
Ratzel, Anthropogeographie. 2 Bde., 1882 u. 1898, 
Ders., Politische Geographie, 1897. 
W, (Aötz, Wirtschaftsgeographie, 1891. 
Unter den Gaben der Natur hat man zu unterscheiden zwischen 
len Gütern, auf die der Mensch wenig oder gar keinen Einfluß in 
Bezug auf die Vermehrung und Veränderung üben kann, denen er sich 
nicht zu entziehen, die er nur zu verwerten vermag, wie sie eben ge- 
geben sind (Klima, orographische Beschaffenheit des Landes, Ebbe und 
Flut u. dergl.), und solche, die er vermehren, verbessern, umformen, 
mit einem Wort durch Arbeit seinen Zwecken dienstbar machen kann, 
z. B. die Bodenfruchtbarkeit. 
Von der ersten Kategorie ist besonders das Klima von ein- Einfluß 
schneidendem Einfluß auf das ganze wirtschaftliche Leben. Dervon Klima 
Mensch selbst wird bekanntlich dadurch in seiner physischen, noch “SB een 
mehr aber in seiner geistigen Leistungsfähigkeit bestimmt. Sowohl die %c ME 
Kälte des Nordens wie die Hitze des Südens benachteiligen sie. Außer- i 
lem absorbiert die übermäßige und langandauernde Kälte zuviel Kräfte, 
Der Kampf gegen die Unbilden des Klimas allein zur Erhaltung des 
Lebens läßt wenig Zeit und Kräfte zur Kulturentwickelung übrig, 
während die Sonnenglut des Südens die Kmnergie erschlafft, und die 
Gewährung einer Fülle zum Leben ausreichender Früchte eine An- 
strengung der Kräfte nicht notwendig erscheinen läßt. Buckle be- 
hauptet, daß die kurze Zeit, wo der Mensch im Norden wie im Süden 
das Leben nur zu genießen vermag, besonders die Genußsucht aus- 
bildet. Das gemäßigte Klima gestattet am meisten die Entwickelung 
ınd Verwertung der geistigen Gaben, übt einen Druck aus, sich durch 
Arbeit das zum Leben Nötige zu beschaffen, läßt aber noch weiten 
Spielraum für andere Kulturarbeit, . 
Die Beschaffenheit des Landes bestimmt naturgemäß die wirt- 
schaftliche "Thätigkeit des Menschen in hohem Maße. Die landschaft- 
lichen Schönheiten der Schweiz und der dadurch herangezogene 
Fremdenverkehr geben der Volkswirtschaft des Landes wenigstens zum 
großen Teile eine bestimmte Richtung. Die Umgebung des Meeres 
und die das Land durchziehenden natürlichen Wasserstraßen haben Eng- 
land zur Handelsmacht prädestiniert. Der Reichtum an Kohlen und 
Eisen bot die natürliche Grundlage für eine mächtige Industrie. Der 
Umstand, daß die großen Seeschiffe zum Teil bis unmittelbar an die 
Fabrik gelangen können, um ihre Ladungen eventuell als Rohmaterial 
am Bestimmungsorte zu löschen, um unmittelbar wieder die fertige 
Ware für den Weltverkehr einzunehmen, verbilligt die Produktion 
3norm. Vielfach kann zugleich in nächster Nähe die Kohle für den
	        
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