Full text : Naturalwirtschaft und Geldwirtschaft in der Weltgeschichte

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desselben zu Markte, der nun immer häufiger stattfindet (Grenzmarkthandel)*).
 Infolge der Kulturmischung zwischen mutterrechtlicher
 Ackerbau- und totemistischer Jäger- und Handwerkerkultur
 entwickelt sich die erste Form des Geldes, das Muschelgeld
in der Südsee. Ja, es kommt, z. B. in Melanesien wie auch im
Nordwesten von Nordamerika, ein Zins- und Kreditwesen
schon vor*°).
Der Güterverkehr zwischen diesen beiden Kulturen erscheint
besonders umfassend und entwickelt in Indien. Die gewerblich
differenzierten Totemclans sind zu Handwerkerkasten geworden
und stellen den ackerbautreibenden Stämmen Grobschmiede,
Zimmerleute, Gerber u. a. m. Die Entlohnung für deren Dienste,
bzw. Gewerbeartikel erfolgt in landwirtschaftlichen Erzeugnissen,
vor allem in Getreide?‘).
Die Verbindung, in welche die beiden genannten Kulturkreise
traten, hat eine lebhafte Entfaltung des Geldes und Geldverkehrs
zur Folge gehabt!'). Nahezu alles, was der primitive Wirtschaftsbetrieb
 an Gebrauchs-, Schmuck-, Nahrungs- und Genußmitteln
besitzt, ist zu einem Tauschmittel geworden, am bekanntesten die
Kaurimuschel. Von Nahrungsmitteln Mais und Kakao in Mittelamerika,
 die Durra in Afrika, das Getreide in Nordeuropa, in
Zentralasien aber das Vieh. Von den Genußmitteln werden Tabak
und Salz zu Geldzwecken verwendet, während als Kleidergeld die
Felle, besonders in arktischen und subarktischen Teilen Asıens,
Amerikas und Europas, eine Rolle spielen. Eine reiche Verbreitung
besitzt auch schon das Metallgeld, vor allem Eisengeld in Asien und
Afrika. Alle diese Geldarten sind noch Naturgeld. Aber an Stelle
des Metallgeldes in Barrenform tritt auch schon das geprägte und
mit Inschrift versehene Münzgeld auf, Kulturgeld!®). G. Thilenius
hat zwei Gruppen des Geldes der Primitiven unterschieden: Nutzund
 Zeichengeld. Ersteres zeigt uns die ursprüngliche Form und
Bedeutung der als Tauschmittel verwendeten Sachgüter noch aufrecht,
 z. B. Felle, Hacken, Matten, Salzstücke. Die Entwicklung
geht dahin. daß nach und nach dann nur mehr ein kleines hand-1)

 Ebda. 5. 559.
15) Ebda. S. 560.
16) Koppers a. a. O. S. 566.
17) Ebda. S. 570 £f.
18) Vol. G. Thilenius, Primitives Geld. Archiv f. Anthropol. (1920), NF. 18.
            
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