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Verkehrsmitteln damals nicht leicht zu überwinden waren. So
scheint der innere Handel vorab noch sehr wenig entwickelt. Es
ist bezeichnend, daß die Texte jener Frühzeit nie von Kaufleuten
reden**), Aber es hat doch Märkte und Basare, einen stehenden
Handel gegeben, auf welchem durch Naturaltausch die Urprodu-
zenten (Landwirte, Fischer, Jäger) ihre Erzeugnisse, bzw. Beute
mit den Handwerken austauschten (Sandalen, Halsketten, Hand-
besen, Fächer u. s. w.). Recht ansehnlich ist schon in dieser älteren
Zeit der Handel mit dem Auslande gewesen. Zunächst bot das
Hinterland, Nubien, mit seinen wertvollen Naturprodukten dazu
Anlaß. An der politischen Grenze beider Länder, am ersten
Katarakt, fand der Markt statt, auf welchem die Nubier die Er-
zeugnisse ihres Gebietes und Waren, die sie selbst von noch süd-
licheren Stämmen eingehandelt hatten, gegen ägyptische Erzeug-
nisse tauschten: Leopardenfelle, Affen, Elfenbein, Ebenholz. Schon
in den Namen der beiden Grenzorte Jeb (Elephantine) und
Suenet (Assuan) spiegelt sich dieser Verkehr wieder. Sie bedeuten
Elfenbein und Handel. Wohl kam ein Geld schon vor, ein Kupfer-
pfund (Deben), aber es wurde nicht mit diesem bezahlt, sondern
es diente bloß als Wertmesser für die Bestimmung des Preises
der Waren, welche wirklich in Zahlung gegeben wurden (Stöcke,
Ol, Papier u. s. w.)!*). Aus Nubien kam auch Gold in Ringen,
Barren und Beuteln nach Ägypten.
Schon im alten Reich wurden Fahrten nach dem Lande Punt
(Somaliküste) unternommen, dem Weihrauchgebiete**®),. aus dem
auch Gold und Elefantenzähne eingetauscht wurden.
Mit Palästina und Syrien bestand schon in der ältesten Zeit
ein Handels-, d. h. Tauschverkehr**’), der Zedernholz und kost-
bare Ole sowie Sklaven nach Ägypten brachte; dieser Import hat
sich später auf alle möglichen Industrieartikel ausgedehnt**).
Endlich haben auch schon Beziehungen Ägyptens zu den
Inseln und Küsten des Mittelmeeres damals bestanden (Kreta,
Zypern, Rhodos, Mykenä u. s. w.).
13) Vgl. A. Erman, Ägypten und ägyptisches Leben im Altertum, neu
bearbeitet von Hermann Ranke (1923), S. 586 ff.
15) Ebda. S. 590.
16) Ebda. S. 600.
u7) Ebda, S. 611.
48) Ebda. S. 615.