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aus eigenem produzieren. Die Masse der Perser waren Bauern, die
ihre Felder selbst bestellten!*?). Wir sind leider bis jetzt über die
Wirtschaft der privaten Bevölkerungsmassen weniger gut unter-
richtet als etwa in Babylonien oder Assyrien. Aber wir dürfen
doch annehmen, daß diese privaten Verhältnisse, die im Reiche
der Babylonier und Assyrier vor der Perserherrschaft, z. B. in
dem Gesetzbuche Hammurapis und anderen Denkmälern, deutlich
werden, sich nicht wesentlich geändert haben dürften, als die
Perser im 6. Jahrhundert v. Chr. diese weiten Gebiete eroberten.
Und dies um so weniger, als ja auch sonst bekannt ist, daß die
Perserkönige, anders als frühere Großeroberer, sich gegenüber den
unterworfenen Ländern eher konservativ verhielten und sie mit
kluger Schonung ihrer lokalen, religiösen und wirtschaftlichen
Interessen zu gewinnen suchten**?),
Jedenfalls mußte gerade dieses neue Großreich, das sich von
Kleinasien bis nach Indien hin ausdehnte und anderseits über
Syrien nach Ägypten reichte, auch neue Handelsbeziehungen er-
öffnen und Verbindungen herstellen, die zuvor entweder gar
nicht vorhanden, oder doch mindestens durch empfindliche
Schwierigkeiten gehemmt waren. Ich erinnere nur an die Be-
deutung, welche damals schon Arabien im Handel erlangt hatte**),
Die Beduinenstämme vermitteln die Produkte Südarabiens (Weih-
rauch, Myrrhen, Balsam sowie auch Gold) gegen Ägypten ebenso-
wohl wie nach Babylon. An den Götterfesten finden die großen
Messen statt, bei denen die Waren ausgetauscht werden. Die
Karawanenwege gingen bis ins Mittelmeergebiet. Der König von
Saba hat im Jahre 715 dem Sargon gehuldigt, und einer seiner
Nachfolger hat die in Saba landende Flotte des Dareios freundlich
aufgenommen. Die Umschiffung Arabiens ist für jene Zeit durch
die Inschriften am Suezkanal urkundlich bezeugt.
Wir sind damit zu Ägypten gelangt, dessen innere Ver-
hältnisse ja heute von der Forschung aufs trefflichste dargestellt
worden sind. Das alte Ägypten war ein ausgesprochenes Ackerbau-
land, in welchem zunächst der innere Verkehr starken Schwierig-
keiten begegnete. Vor allem bedingte die langgestreckte Gestalt
des Landes große Entfernungen, die mit den vorhandenen
441) Ed. Meyer a.a. O0. 3, 37.
*) Ebda: 5.26 und 55, 163, sowie Prafek a.2.O. 1, 230ff. und 2, 139.
3) Vgl. Ed. Meyer a.a.O. 3, 143; vgl. auch S. 99 £.