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minoische Kultur deutlich werden läßt?*) und die mykenische (seit
etwa ı600 v. Chr.) auf dem Festland auch bezeugt (Herren-
burgen)*). Wenn die Griechen in den neuen Kolonialgebieten, auf
den Inseln und der Westküste Kleinasiens eine höhere Kultur vor-
fanden, die nunmehr auf das Mutterland einwirkte und eine Um-
wandlung hier zustande brachte?®), so darf doch nicht übersehen
werden, daß eben die höhere Kultur (Gewerbe und Handel) dieser
Inseln und des Küstensaums Kleinasiens durch die ägäische bedingt
war und auch das Städtewesen in Altgriechenland vielfach ebendort
sich entwickelte, wo zuvor Hauptniederlassungen jener ägäischen
Kultur sich befanden?”). Jedenfalls lassen sich auch eine große An-
zahl von Lehnwörtern ım Griechischen nachweisen, die heute immer
erfolgreicher auf das Vorgriechische zurückgeführt werden und als
„ägäisch‘“ gelten??).
Dem griechischen Epos, 9. und 8. Jahrhundert, insbesondere
der Odyssee, ist der Seehandel schon durchaus etwas ganz Ver-
trautes. Wohl gilt der homerischen Herrengesellschaft der gewöhn-
liche Schiffshauptmann und Handelsmann, der sich um seine
Ladung sorgt und nach den Waren und raschem Gewinn aus-
schaut””), nicht als ebenbürtig. Jedoch beteiligen sich doch auch
Adelige, wie Menelaus und Odysseus, unbedenklich an solchen
Unternehmungen als Geldgeber®).
Die Entfaltung des Handels hat dann im 7. Jahrhundert auch
zur Herstellung von Münzgeld geführt, welches man gewöhnlich
nach dem Vorgange Herodots den Lydern zuschreibt*). Schon
Beloch hat jedoch bemerkt, es sei nicht ausgeschlossen, daß Elektron-
münzen schon früher in den griechischen Küstenstädten geprägt
2%) Vgl. Beloch in Ausonia IV, 219 ff. (1909).
*). Vgl. Beloch, Griech. Gesch. ı?, 121 £.
*) So faßt die Entwicklung Beloch a.a.O. 1, 202 f. auf.
*7) So Aegina, Korinth, Chalkis, Milet, Eretria. Vgl. Fimmen, Zeit und
Dauer der kretisch-mykenischen Kultur, 1909, S. 24, sowie derselbe, Die kretisch-
mykenische Kultur, S. 140, auch d. Art. „Agäische Kultur“ v. G. Karo in
M. Eberts Reallexikon d. Vorgesch. ı, 35 ff. (1924).
2) Vgl. d. Art. „Griechen“ v. Alb. Debrunner im Reallexikon d. Vorgesch.
v. M. Ebert IV, 519 ff. (1926).
2%) Odyssee 161.
0). Vgl. darüber jetzt Joh. Hasebroek a.a.O. S. 17, der zutreffend vor zu
weitgehenden Rückschlüssen warnt!
2) 1, 94.