Full text: Berliner Banken

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Großstadt-Dokumente Bd. 8. Berliner Banken. 
Tag für Tag in die Straßen ergießt. Berlin dominiert in 
der Textilbranche, herrscht in den verschiedenen Zweigen der 
Keramik, leistet in der fabrikmäßigen Produktton aller mög 
lichen Artikel mehr als alle anderen Großstädte zusammen 
genommen, und doch muß man die Stadt genau kennen, 
um an äußerlichen Merkmalen die immense Ausdehnung 
dieser Zweige der Erwerbstättgkeit zu erkennen, die nirgend 
aufdringlich und ostentativ in die Erscheinung treten. 
Mit der Zentralisierung Deutschlands seit, der Reichs 
gründung ist Berlin auch die Führerin im Bankgewerbe 
geworden. Die Börsen in Breslau, Dresden, Leipzig, 
auch die in Frankfurt a. M. und Hainburg haben mehr 
und mehr ihre Führerrollen an Berlin abgeben müssen. 
Die Zahl der Berliner Bankiers ist immens gewachsen, 
und doch tragen immer noch Frankfurt a. M. und Ham 
burg viel mehr das Gepräge von Städten, in denen 
Börsenleute und Kaufherren herrschen. Nur ein äußer 
liches Zeichen deutet auf die Größe von Berlins bank- 
geschäftlicher Tätigkeit hin: die Prachtbauten der Banken, 
die dem Publikum das Bankenviertel viel sichtbarer 
machen als z. B. das Konfekttonsviertel um den Haus- 
vogteiplatz herum, weil sie meist in der Nähe der histo 
rischen Prachtstraße Berlins, der Straße „Unter den 
Linden" liegen. Naturgemäß, wie in Paris und London 
auch, reiht sich das Bankenviertel an die Börse an. Ein 
paar Bank- und Maklerfirmen haben ihre Zelte in aller 
nächster Nähe der Börse aufgeschlagen; sie hausen in den 
alten Häusern der „Heiligen Geiftgasse", die zum Teil an 
die ehrwürdige Stadtgeschichte Berlins gemahnen und einst 
den Grauen Brüdern zur Klosterherberge dienten. Aber die 
hauptsächlichsten Bankenstraßen sind Behren-, Kanonier- 
und Zägerstraße und die Straße „Unter den Linden". 
Hier wohnen einzelne Firmen seit Jahrzehnten. Und 
gerade die drei großen Berliner Bankhäuser, S. Bleich
	        
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