Kapitel I. Die Hedonisten.
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ebenso grundlegend sind, wie es die Ersetzung des ptolemäischen Systems
durch das des Kopernikus für die Astronomie war“ 1 ). Weiter oben sahen
wir, wie das Gleichgewichtssystem Walras’ mit dem Newton’s ver
glichen wird. Zwischen diesem Ehrgeiz und den erzielten Ergebnissen
besteht ein nicht unbedeutendes Mißverhältnis.
Man hat sehr richtig gesagt, daß die Mathematik nur einer Mühle
gleiche, die das Korn, das man ihr zugetragen hat, als Mehl wiedergibt,
aber man muß noch untersuchen, was es für Korn war. Hier haben wir
eine Menge von Abstraktionen, die man in das mathematische Räder
werk geworfen hat — einen Einheitsmarkt, Individuen, deren einzige
Triebfeder das hedonistische Prinzip ist, die Identität beider Austauschen
der vom Gesichtspunkt ihrer Begehrungen aus * 2 ), die Allgegenwart des
Kapitals und der Arbeit, eine vollständig unbehinderte Substitutions
fähigkeit usw. — Es kann also nichts Anderes herauskommen, als was
man hineingetan hat, und das heißt eine rein theoretische Volkswirtschaft,
eine Welt, die mit der bestehenden Wirklichkeit ebensowenig, wie die
fourieristische oder die saint-simonistische oder die anarchistische Welt
zu tun hat, und deren Verwirklichung noch unwahrscheinlicher ist oder
eine ebenso wunderbare Umwälzung zur Voraussetzung hat. Dies geben
die Hedonisten nun auch offen zu: hierin liegt sogar eine Überlegenheit,
die sie über die klassischen Ökonomisten haben, die, wenn sie über die freie
Konkurrenz ihre Gedanken darlegen, stets denken: „Es ist erreicht!“
Dabei ist aber zu bemerken, daß alle diese Kritiken gegen die An
wendung der Mathematik von solchen Nationalökonomen herrühren,
die nichts davon verstehen: und so würde es uns schlecht anstehen, die
Ergebnisse derjenigen herunterzumachen, die sich der mathematischen
Methode zu bedienen verstehen. Wir sind also völüg bereit, zuzugeben,
daß die Anwendung der Mathematik in der Geschichte der Doktrinen einen
Abschnitt bezeichnet, der nicht wieder vergehen kann: aber es wird uns
gestattet sein, mit den Worten eines Volkswirtschaftlers dieses Kapitel
abzuschließen, der, selbst ein Meister dieser und der klassischen Schule,
eine gewisse Berechtigung hat, über sie zu urteilen 3 ): „Die glücklichsten
Anwendungen der Mathematik auf die Nationalökonomie sind die, die
kurz und einfach sind, die wenige Zeichen verwenden, und deren Zweck
*) Böhm-Bawerk, The Austrian Economists, op. cit. — Dagegen schreibt
Anhänger dieser Schule, Laitory: „Heute kann man die Tätigkeit der österreichischen
«chuie als fast erschöpft ansehen“ (L ! f5cole öconomique autrichienne, in der
Bivista di Scienza, Mailand, 1907)- '— Nach 35 Jahren! Ist das nicht ein recht
kurzes Leben!
2 ) Man muß „auf alle in Betracht gezogenen Individuen und für jedes Produkt
asselbe Gesetz der veränderlichen Stärke des Bedürfnisses anwenden“ (Aupetit La
Monnaie, S. 93).
3 ) Marshall, Distribution and Exchange, Economic Journal, März 1898.
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