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teilung durch Ausschluß von Verkauf, Verschuldbarkeit ete., wie durch
sonstige fideikommissarische Festlegung verhindert. Sind solche Schranken
nicht vorhanden, so gehen schon durch das gleiche Erbrecht bei stär-
keren Familien auch sehr große Vermögen in der zweiten und dritten
Generation erheblich auseinander, und noch mehr wirkt in dieser Hin-
sicht das wirtschaftliche Leben selbst, welches fortdauernde Gefahren
für das Vermögen in sich schließt, so daß es großer Vorsicht und in-
tensiver Thätigkeit bedarf, um den Besitz längere Zeit intakt zu er-
halten. Es ist eine alte Erfahrung, daß in den großen Kaufmanns-
städten nur selten eine bedeutende Firma bis in die dritte Generation
ohne einen Bankerott gelangt, und noch seltener in derselben Familie
erhalten bleibt. Dasselbe ist in der Industrie und in der neueren Zeit
auch in der Landwirtschaft zu beobachten, wo fortdauernd bedeutende
Vermögen verloren gehen, und der Besitzwechsel ein außerordentlich
rapider ist.
Dazu kommt, daß in unserer Zeit und ganz besonders in Deutsch-
land die humanistische Schulbildung bei der heranwachsenden Jugend
der wohlhabenden Klassen den Erwerbsbetrieb künstlich erstickt durch
die Mißachtung, welche dem materiellen Erwerbsstreben als Banausen-
tum auf unseren Gymnasien entgegengebracht wird. Daher wenden
sich verhältnismäßig selten Kinder reicher Häuser einem Gewerbe zu,
sondern dem Beamtentum, besonders dem Offizierstande, um eine
glänzende gesellschaftliche Stellung zu gewinnen, oder sie widmen
sich Kunst und Wissenschaft, wo die Arbeit selbst in höherem Maße
zum Genusse wird. In diesen Berufszweigen ist nur selten Gelegen-
heit gegeben, Vermögen zu erwerben oder dasselbe zu vergrößern, aber
sehr viel Veranlassung, dasselbe zu verkleinern. Durch die Gewohn-
heit des preußischen Adels, sich dem Dienste des Königs zu widmen,
hat derselbe sich mehr und mehr um den ursprünglichen Besitz ge-
bracht. Friedrich der Große gestattete außer in Westpreußen dem
Bürgertum überhaupt nicht den Besitz von Rittergütern. Heutzutage
ist der größte Teil derselben in Händen von Bürgerlichen, und würde
es. noch in viel ausgedehnterem Maße sein, wenn nicht ein großer
Teil derselben durch Fideikommisse dem Adel gesichert wäre; und die
Verarmung des Adels würde noch eine viel weitergehende sein, wenn
er sich nicht in ausgedehntem Maße Töchter aus reichen industriellen
und Kaufmannshäusern holte, um damit in einer anderen Weise wieder
zur Verteilung der großen Vermögen beizutragen. Dazu kommt ferner
die anerkannt geringe Leistungsfähigkeit der jeunesse dor6e, die nur
zu häufig mit Arbeitsscheu extreme Genußsucht verbindet und dadurch
das Ergebnis saurer Arbeit der Väter in kurzer Zeit vergeudet.
So liegen eine Menge Verhältnisse vor, welche fortdauernd an
der Verteilung der Vermögen arbeiten, die heutigen Tages erworben
sein wollen, um sie nachhaltig zu besitzen. Die Gefahr einer fort-
dauernd zunehmenden Konzentration des Besitzes ist deshalb sehr ge-
ring, so lange sie nicht durch eine verkehrte Gesetzgebung einseitig
begünstigt wird. Auch nach der Richtung ist aber die Entwickelung
unseres volkswirtschaftlichen Lebens optimistischer aufzufassen als es
gewöhnlich geschieht, daß der Arbeitslohn verhältnismäßig mehr steigt,
als der Gewinn aus Besitz ohne Arbeit. a
Vier Bezüge sind es, in die der Ertrag zerfällt, aus welchem ein
das Einkommen stammt; wie er sich nach den verschiedenen Pro a an Den
duktionsfaktoren verteilt, von denen jeder eine besondere Rente ab- Kategorien.