fullscreen: Die Berliner Arbeiterbewegung von 1890 bis 1905

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des Schwiharbeitsystems und der Hausindustrie wird eine vom 
Referenten Tiiniu beantragte Resolution angenommen, die Ausdehnung 
des Arbeiterschutzes auf die Lausindustrie, Kontrollierung dieser durch 
Aufsichtsbeamte, die mindestens zur Hälfte aus Arbeitern bestehen müssen, 
verlangt und die Genossen auffordert, den Kampf für Beseitigung dcs 
Zwischenmeistersystems und für Errichtung von Bctriebswerkstätten nach 
Kräften zu unterstützen. 
Gotha (I I. bis 16. Oktober 1896). Der Parteitag nimmt Resolutionen 
an in bezug auf den Arbeitcrschutz und die Frauenagitation, wieder 
holt die Maifeierresolution der früheren Kongresse mit der etwas 
verschärften Wendung „der Parteitag macht es den Arbeitern und Arbeiter 
organisationen zur Pflicht, . . . überall da, wo die Möglichkeit zur 
Arbeitsruhe vorhanden ist, die Arbeit am 1. Mai ruhen zu lassen", 
und bestätigt die Maßnahmen, welche die Reichstagsfraktion aus Anlaß 
der behördlichen Schließung der für einen Verein erklärten Parteileitung — 
der „Köller-Kurs" (siehe weiter unten) — getroffen hatte: Einsetzung eines 
geschäftsführenden Ausschusses in Hamburg und Übernahme der 
politischen Leitung der Partei durch die Reichstagsfraktion, bis die Rechts 
frage durch das Reichsgericht entschieden sei. 
Hamburg (3. bis 9. Oktober 1897). Die Maifeier-Resolution von 
Gotha wird erneuert, den Beschlüssen eines in Zürich abgehaltenen inter 
nationalen Arbeiterschutzkongresses wird zugestimmt, die Resolution 
des Kölner Parteitags betreffs der Wahlenthaltung bei den preußischen 
Landtags wählen wird nach eingehender Debatte mit 160 gegen 50 Stimmen 
aufgehoben und mit 145 gegen 64 Stimmen eine von Bebel vorgeschlagene 
und vom Kongreß amendierte Resolution angenommen, welche die Be 
teiligung an den nächsten preußischen Landtagswahlen überall 
dort für geboten erklärt, wo die Verhältnisse eine solche den Parteigenossen 
ermöglichen, Kompromisse und Bündnisse mit anderen Parteien jedoch für 
unstatthaft erklärt. 
Stuttgart (3. bis 8. Oktober 1898). Die wichtigsten der von diesem Partei 
tag beschlossenen Resolutionen betreffen die Abrüstungsfrage (Kritik des 
Abrüstungsvorschlags des Zaren Nikolaus II.), das Koalitionsrccht 
(Antwort auf die Tischrede Wilhelms II. in Öynhausen, die Zuchthausstrafe 
für die Anreizung von Streiks in Aussicht stellte), die Landtagswahl- 
bcteiligung in Preußen (Freigabe der Entscheidung über Eintritt in 
den Wahlkampf an die Genossen in den einzelnen Wahlkreisen und Fest 
setzung der Bedingungen für die Unterstützung von Nichtsozialisten in Stich 
wahlen), den Bergarbeiterfchutz (Annahme einer von Hermann Sachse 
begründeten Resolution zugunsten eines durchgreifenden Bergarbeiterschutzes), 
die Attentate und die Repressionspolitik (Verwerfung der Attentate 
auf hochgestellte Personen und Verurteilung der Ausnutzung von Attentaten 
zu politischen ünterdrückungsmaßrcgeln), sowie die Zoll- und Landels- 
politik (entschiedene Ablehnung der Schutzzöllnerei und Aufforderung, bei 
Handelsverträgen im Sinne der Verkehrsfreiheit zu kämpfen). Zu diesem 
letzteren Punkte waren zwei Resolutionen beantragt — die eine vom 
Referenten Schippe!, die andere von K. Kautsky —, die zwar aus die 
gleichen Forderungen hinausliefen, aber in der Tonart und zum Teil auch 
in der Begründung von einander abwichen, und obwohl Schippe! schließlich
	        
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