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die Privatnotenbanken die eigentlichen Funktionen der Notenbanken,
in welchen allein die wirtschaftliche Berechtigung der Notenausgabe
liegt, nicht erfüllen, daß sie auf der andern Seite die ihnen zuge
wiesenen steuerfreien Notenkontingente voll ausnützen, und daß ihr
gesamter ungedeckter Notenumlauf für das deutsche Geldwesen eine
Belastung ist, dem fein Vorteil gegenübersteht. Der Reichsbank,
welche allein die gesamten Schwankungen des deutschen Geldumlaufs
zu tragen hat, und welcher in kritischen Zeiten thatsächlich auch die
Sorge für die Einlösung der Privatbanknoten obliegt, wird durch dieses
Verhältnis ihre ganze Stellung und namentlich ihre Diskontpolitik
wesentlich erschwert. Außerdem hat schon Nasse ausgeführt, daß der
zur Deckung des deutschen Notenumlaufs dienende Barvorrat, wenn
er in einer Hand vereinigt wäre, durch eine etwaige Goldausfuhr
nach dem Ausland relativ weniger vermindert werden würde, als
heute der Barbestand der Neichsbank, und daß dadurch Diskont
erhöhungen bis zu einem gewissen Grade vermieden werden könnten.
Sicher handelt es sich hier um eine Frage von nicht geringer
Bedeutung. Gleichwohl stehen wir vor der Thatsache, daß diese Frage
bisher in der Diskussion über die Erneuerung des Bankgesetzes kaum
berührt morden ist. Die alles überschattende Bedeutung der Reichs
bank zeigt sich auch darin, daß die öffentliche Erörterung sich fast
ausschließlich damit beschäftigt, ob die Reichsbank in ihrer gegen
wärtigen Verfassung erhalten oder ob sie verstaatlicht werden soll.
Schon die Titel der bisher erschienenen Flugschriften über die Er
neuerung des Bankgesetzes sprechen alle nur von der Reichsbank:
„Reichsbank und Geldumlauf" x , „Reichsbank und Giroverkehr" 1 2 ,
„Der Streit um die Verstaatlichung der Reichsbank" 3 4 , „Soll die
Reichsbank verstaatlicht werden?"^ u. s. w. Auch der deutsche
Handelstag, welcher sich in seiner Plenarversammlung worn 14. März
dieses Jahres mit der Bankfrage beschäftigte, hatte nur „die Ver
längerung des Privilegiums der Neichsbank" auf die Tagesordnung
GW-
Soweit neben der Zukunft der Neichsbank die Frage der Privat
notenbanken überhaupt besprochen wird, erfährt sie zumeist eine Beur
teilung, die weniger von sachlichen Gesichtspunkten ausgeht, als von
1 von G. H. Kämmerer.
2 von M. Schinckel.
3 von W. Lotz.
4 von Christians.