Full text: Encyklopädie der Rechtswissenschaft (Bd. 1)

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II. Zivilrecht. 
Grundlage der unsystematischen im fünfzehnten Jahrhundert in Pominern, vermutlich in 
Stettin, abgefaßt worden. 
Eine selbständige Stellung hat im Verhältnis zum Magdeburger Rechte das Stadt— 
rechtsbuch der Stadt Freiberg in der Mark, Meißen, eine durch eingehende Berücksichtigung 
des Rechtsgangs hervorragende Privatarbeit, die zwischen 1296 und 1807 entstand und 
offizielle Geltung erlangte. 
Von süddeutschen Stadtrechtsbüchern sind neben dem schon genannten des Ruprecht 
von Freising hervorzuheben das Wiener Stadtrechtsbuch aus dem Ende des drei— 
zehnten Jahrhunderts, nachträglich durch Einschaltungen aus dem Schwabenspiegel ver— 
mehrt, und das Brünner Schöffenbuch, eines der besseren juristischen Werke des 
Mittelalters, welches ein im römischen und kanonischen Rechte wohl bewanderter Stadt— 
schreiber von Brünn, Johannes (von Gelnhausen?) in lateinischer Sprache um die Mitte 
des vierzehnten Jahrhunderts aus Brünner Privilegien, Willküren, Schöffensprüchen und 
selbständigen Ausführungen unter alphabetisch geordneten Rubriken zusammenstellte. Eine 
Privatarbeit, die sich die Form einer Satzung eines Herzogs Leopold von Osterreich 
gzibt, ist das Stadtrecht von Wiener-Neustadt aus der zweiten Hälfte des vierzehnten 
Jahrhunderts. 
Unter den mitteldeutschen Stadtrechtsquellen ragt durch rechtsgeschichtliche Ergiebigkeit 
das um die Mitte des dreizehnten Jahrhunderts entstandene Rechtsbuch der thüringischen 
Stadt Mühlhausen, unter den niederländischen das zu Anfang des fünfzehnten Jahr— 
hunderts von dem Clerk Johannes Mathiage (Jan Matthijssen) verfaßte Rechtsbuch der 
Stadt Briel hervor. 
Nachweisungen über Stadtrechte und Sammelwerke: Raiceius, Zuverlässiger Entwurf von 
Stadtgesetzen und Statutis 1740. Gengler, Codex iuris municipalis Germaniae medü aevii 
bis Duisburg) 1863. Bischoff, Osterreichische Stadtrechte und Privilegien mit Literaturangaben 
und, Anmerkungen 1857. Poekema Andreae, Overzigt van oudnederlandsche rechtsbrounen 
1881. Eine gedrängte Übersicht der wichtigsten Stadtrechtsquellen in Kraut⸗-Frensdorff, Grund— 
riß 6. Aufl. S8, S. 25 ff. Gengler, Deutsche Stadtrechte des Mittelalters, teils verzeichnet, keils 
vollständig oder in Probeauszügen 1882. Gaupp, Deutsche Stadtrechte des Mittelalters mit rechts- 
geschichtlichen Erläuterungen 1851. Oberrheinische Stadtrechte J: Fränkische Rechte, bearbeitet von 
Schröder und Köhne, bis jetzt 5 Hefte 183521900. Meiller, Österreichische Stadtrechte und 
Satzungen aus dem 12. u. 18. Jahrh., Archiv f. Kunde österr. Geschichtsquellen X (1888). Keutgen, 
Urkunden zur städtischen Verfassungsgeschichte, 1. Hälfte 1899. 
Gaupp, Das alte magdeburgische und hallische Recht 1826. Magdeburger Rechtsquellen zum 
akad. Gebrauch, hrsg. von Laband 1869. Schöffenurteile bei Wasserschleben, Sammlung 
deutscher Rechtsquellen 18603 — Deutsche Rechtsquellen des Mittelalters 18029 und bei Stobbe, 
Beiträge zur Gesch. d. d. Rechts 1865. Magdeburger Schöffensprüche, hrsg. von Friefe und 
Liesegang 11901. Hach, Das alte lübische Recht 1839. — Die Goslarischen Statuten, hrsg. 
vpon Göschen 1840. Ein Stendaler Urteilsbuch aus dem 14. Jahrh. (mit eingehendem Kommentanh, 
hrsg. von Behrend 1868. Das Stadtbuch von ageurge hrsg. von Christian Meyer 1878. 
Dortmunder Statuten und Urteile, hrsg. v. Frens dorff 1882. vas Stadtbuch von Quedlinburg, 
hrsg. von Ja nicke im UB. der Stadt Quedlinburg U (1882) S. 220 ff. Verfestungsbuch ver Sladl 
Stralsund, hrsg. von Francke 1875. 
Stadtrechts büch er. Das sächsische Weichbildrecht, hrsg. von Thüngen 1837. Nach einer 
handschrift von 1881 mit Glossar, hrsg. v. Walther 1871 Dat bul Jleupeiäe recht, hrsg. von 
d. Daniels 1853 und mit der Glosse in dessen Rechtsdenkmälern J18388. Das Rechtsbuch nach 
Distinktionen nebst einem Eisenachischen Rechtsbuch, hrsg. von Ortloff 1836. Das Rechts⸗ 
zuch Johannes Purgoldts nebst figtutarischen Rechten von Gotha und Eisenach, hrsg. von 
Ortloff I860. — Das Magdeburg-Breslauer systematische Schöffenrecht, hrsg. von 
Laband 1863. — Der alte Kulm vei Leman, das Kulmifche Recht 1838. — Die Magde— 
burger Fragen, hrsg. von Behrend 1868. Die alphabetische Sammlung von Magdeburger 
Schöffensprüchen ist gedruckt bei Wasserschleben, Deutsche Rechtsquellen des Rittelalters 1892, 
S3. 1ff. — Das Freiberger Stadtrecht, hrsg. von B. Ermisch 1880. — Das Wiener 
Stadtrechts⸗ oder Weichbildbuch, hrsg. von Schuster 1878. — Das Brünner Schöffenbuch bei 
Rößler, Deutsche Rechtsdenkmäler aus Bböhmen und Mähren U 18528. — Das Wiener Neu— 
städ te r Stadtrecht des 13. Jahrh, Kritik und Ausgabe von G. Winter 1880. Das Stadtrecht 
on Mühlhausen, hrsg. von Förstemann 1848. FHet rechtsboek van den Briei'cä. 
J. A. Fruin en Pols 1880. 
8*32. Urkunden- und Formelbücher. Die Königsurkunden, unter welchen nur 
noch die wichtigeren Privilegien in der Form der Diplome ausgestellt werden, halten sich
	        
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