und ein entzückendes Klima; nicht mehr so warm als in Texas
und doch noch mild, obschon bereits Winter mit regelmässigem
Schnee sich einstellen.
Hier lasse ich einige kritische Notizen eines meiner Reise
gefährten folgen :
„Fast glaubte ich über Texas etwas berichten zu müssen,
was gar nicht beruhigend für uns in Europa gewesen wäre;
denn die Amerikaner hätten uns in arge Verlegenheit mit den
Erfolgen ihrer Viehzucht bringen können. In Texas hatte ich
Gelegenheit, diese gefährliche Viehzucht zu sehen. Es wurde
mir anfangs wirklich bange. Ein flüchtiger Blick ist allerdings
nicht geeignet, die schwarzen Gedanken zu verscheuchen.
Guter Weidegrund ist hier um 50 Cents bis 5 Dollars das
Joch zu haben, und zwar in genügender Menge. Der Besitzer
einer grossen Landfläche, deren Erwerbung keine grossen
Geldopfer erfordert, zäunt diesen Grundbesitz ein und lässt
auf demselben so viel Vieh frei herumlaufen, als die üppige
Weide ernähren kann. Das ist aber nicht wenig, denn es
gibt Leute, die 10.000 Stück haben. Das Vieh verursacht
Wenig Auslagen, da man es hier ganz sich selbst überlassen
kann und nur hie und da es einmal zusammentreibt, um die
Stücke zum Verkaufe auszusuchen. Bei uns ist, abgesehen
Vom höheren Grundankaufspreis, die Pflege und Ernährung
üer Thiere viel kostspieliger, besonders wenn letztere genau
nach den Vorschriften gelehrter Landwirthe erfolgen sollte.
Hier, im freien Amerika, gibt es keine Futternormen für das
Vieh. kann sich hier seine Kräuter nach eigenem Ermessen
aussuchen, und ich kann aus Ueberzeugung sagen, dass es
sich recht gut dabei befindet. Stallungen kennt man in die
sem l,ande nicht und braucht sie auch nicht; aber auch der
Gedanke, das Vieh mit eisernen Ketten im Stalle anzubinden,
behagt dem freien Amerikaner nicht, und ich sah daher in den
Wenigen Stallungen, die ich fand, das Vieh ohne jede Fessel.
Auf diese Art haben die Besitzer grosser Heerden, trotz ihres
ausgedehnten Besitzes, fast keine Auslagen, denn ich muss
beifügen, dass dieselben bis heute keine Grundsteuer gezahlt
haben, nicht, weil sie diese Forderung nicht begleichen woll-