fullscreen: Probleme der Wirtschaftsgeschichte

VII. Die Entstehung des modernen Kapitalismus. 473 
Steigerung in derErgiebigkeit des deutschen Bergbaues, und eben 
in dieser Zeit gehen die Bergwerksanteile in rasch wachfendem 
Umfange von den alten Gewerken auf vermögende Leute, 
adelige Herren oder große Handelshäuser über. 
Also der Bergbau kann nach Sombart nicht die ursprüng- 
lichen Fonds geliefert haben. 
Diese stammen nach ihm ~ um es mit einem Worte zu 
sagen + aus akkumulierter Grundrente. Die Urvermögen sind 
akkumulierte Grundrente. 
Nach Sombart bildet sich im Mittelalter, etwa im 14. Jahr- 
hundert, eine neue Klasse, ein reicher Kaufmannssstand,. eine 
Geldaristokratie. Diese nouveaux riches haben mit den alten 
— höchstens wohlhabenden – Handwerkern und handwerks- 
mäßigen Kaufleuten nichts zu tun. Sie sind etwas ganz Neues. 
Und zwar stammt ihr Reichtum aus akkumulierter Grundrente, 
von städtischem Grundbesitz, aber auch von ländlichem. Hierin 
sieht Sombart die eigentliche Lösung des Problems. Hier er- 
halten wir die Antwort auf die große Frage nach dem Ursprung 
des Kapitals. Jetzt wird es uns auch klar, weshalb Sombart 
vorhin die „Grundherren“ so sehr in den Vordergrund rückte, 
ihren Reichtum als „ländlichen“ bezeichnete und die „Grund- 
herren“ über die Städte stellte. 
Die Elemente, aus denen sich die nouveaux riches bildeten, 
waren nach Sombart: 1. Landadel, der sich in den Städten frei- 
willig oder zwangsweise niederließ: 2. städtisches Patriziat, 
„Stadtadel“ in engerem Sinne. 
Er meint, daß das spätere Patriziat ~ um mit diesem zu 
beginnen ~ die ursprünglich mit Grundbesitz in der Stadt an- 
gesessenen Familien darstellt. Diese wurden reich, weil in den 
Städten die Grundrente stieg. Sombart denkt sich die Sache 
so, daß die alten Grundbesitzer hier eine Hufe hatten und, indem 
sie den sich anssiedelnden Kaufleuten und Handwerkern Teile 
der Hufe zu teuerem Preise überließen, reich wurden. Er macht 
sich selbst den Einwand, daß anfangs das Stadtgebiet auch wohl 
öfters gauz dem Stadtherrn gehörte. Aber dann, meint er, 
kam es in die Hände der Ministerialen, die damit die Ahnen der
	        
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