Full text: Recht der Schuldverhältnisse (Bd. 2)

5. Titel: Dienftvertrag. S 626. 
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a) in der Berfon des andern Teiles dem gefündigt wird); 
) in der Perfon des Kündigenden felbit ; 
e) in jonjtigen rein objektiven Verhältnifen. 
Bu a. Gieher gehören insbefondere auf Seite des Dienitherrn iOhlehte Bes 
bandlung, MNichtbezahlung des Lohnes, unfittlihe Samui — auf Seite des 
Dienitleijtenden VBeruntreuungen, unfittlicher Zebenswandel, Ungehorfam, Saulheit, 
arobes Benehmen, fortgefeßte Trunkenheit. Val. um au Seuff. Urch. Bd. 37 
)r. 109, ROE. Bd. 23 S. 170, Bd. 7 S, 77 (grobe eletdigung Dde8 andern Teiles, 
BerleBung der Wchtung eines WirtfdhaftsinfpektorS gegen die Outsherrin, Mipbekigkeiten, 
die ein gedeihlihes Zuiammenwirkfen eines Brivatbeamten mit dem Dienfiherrn unmdg- 
ich machen), vol. ferner ROSE. Bd. 38 S, 114 (Unterbaltung eines Konkbinatsverbältnifies 
'eiten8 eines Habrikleiters), ROES. Bid. 53 S. 266 (übermägige8 Börfenipiel), bayr. OLG. 
n SiS, Bd. 1 S. 283 (fein rund, wenn der Dienftherr die Veiftungen als wertlos 
Jezeichnet), Seuff. Arch. Bd. 52 ©. 279, f. Rfpr. d. OLG. Bd. 19_©. 301, 3: 1909 
5. 704 (Minderwertigkeit der Leiftungen), Nipr. D. OLG. Bd. 8 S. 25 Trunkenheit), 
erner Altmann, Recht 1906 S. 110 G5öhnijhes bariches Benehmen bei ungerechtfertigten 
Aufträgen genügend?) und Suppe, Gem.®. Bd. 11 S. 170, bad. Ripr. 1905 S. 133 
Tangandauernde Nichtbejhäftigung al? Kränkung) (Eij.-Qothr. BZtichr. 1905 S. 539 e- 
Jründete Befürchtung einer Schädigung der Iuterejjen des Arbeitgeber8), Böthte, Eifenb.€. 
5.21 S, 209 ff., 406 DHinfihtlih Privatbahnbeamter), Bl. f. 3. i. Bez. d. Kammerger. 
1906 S., 39 (Angriffe gegen das Iudentum), VLG. DE D. Sur. 3. 1906 S. 1268 
Serfagung genügenden SchußesS gegen Mitbedienftete), Seuff. Arch. Bd. 60 Nr. 80 (falfche 
AnfOuldigungen), Recht 1908 Nr. 732 (unrichtige Strafanzeige), Hecht 1907 Nr. 2543 
‚Veritoß gegen die Wlleinvertretung bei agenturähnlichen Berhältnifjen), 23. 1907 S. 302 
3weiftündige Dienftantrittsverfpätung), Recht 1908 Nr. 1957 (förperliche Mighandlung in 
einem Benfionat), Rıpr. d. DSG, (Naumburg) Bd. 17 S. 413 (erhebliche Darlehens und 
Wechfelfchulden des Mentmeifter8). 
„In den meiften Fällen wird ein Berfdhulden desjenigen vorliegen, welchem 
U werden fol, ein foldhes braucht aber nidht notwendig vorzuliegen. (So auch 
Planck und Dertmann zu $ 626 und D. 81.) Bon (Erheblichkeit wird die Srane des Ber= 
iuldens allgemein nur ir der Richtung des S 628. 
Wenn der Berpflichtete vor Antritt des Dienftes krank wird und e8 unterläßt, 
den Berechtigten über die mutmaßliche Dauer ber Krankheit zu unterrichten, 10 kann diefer 
dom Vertrag abgehen und eine andere Berfon engagieren, val. Kipr. d. DLG. (Pofen) 
Bd. 3 S. 94. Soweit Krankheit die FortjeBung der  tenftleittung geradezu unmöglich 
macht, bedarf e3 zur Aufhebung des Dienitverhältnifes regelmäßig überhaupt teiner 
Kündigung mebr, j. 88 275, 323, oben Bem. I, b und Vertmann in Ben. 3, b., Um eine 
Kündigung nah S 626 zu rechtfertigen, muß die Arankheit eine verhältnismäßig 
zrheblicdhe Beit währen. Aus der Praxis val. über die Trage, von welcher Dauer 
sine U fein muß, die zu einer Auffündung nach S 626 berechtigen kann, Hecht 1908 
Nr. 1170, fächf. Arch. 1908 S. 221. ; 
Rein genügender rund it 3. D. Aufgeben des betr. SeichäftszweigS5, 
fie RGE. in Zur. Wichr. 1903 ©. 11, dagegen wohl Berfagung der Naturalvergütung 
Wotmar Bd. 1 S, 783); 1. aber auch lb. 5. OLG. Bd. 2 S. 502 ff. 
Ueber Kündigung bei groben Kunftfehlern eines Raflenarzte8 vgl. Ripr. D. 
DLS. (Dresden) Bd. 12 S. 76, fowie Recht 1910 Nr. 1091. 
öu b. Eine Ründigung aus foldem Örunde kannt 3. B. auf Seite de5 Dienft- 
Derbflichteten vorkommen wegen Gelegenheit zu einer günftigen Berheiratung Dder 
Megen AnBalienber Arankheit u]mw., auf Seite des Dienitberedhtigten aber 3. B. 
megen erRelier Neränderungen in feinen äußeren LebenSverhältnifen, RE vgl. 
Crome, Kart. Recdhtsgeibh. S. 187, fowie auch Yipr. d. DLSG. Bd. 2 S, 502, Bd. 19 S. 307. 
_ Sat der KAündigende den Zuftand, auf den er fich jtüßt, jelbft | Huldhaft herbei- 
geführt, jo wird er felb{t wohl in der Regel ein außerordentlihes Ründigungsrecht 
daraus nicht ableiten können. 
Wegen der Berehelihung vgl. auh ROES. in Kur. Wichr. 1910 S. 577 Nr. 10. 
Bu ec. Solche objektive Gründe können z. B. erwachfen durch Todesfälle 
bon HamilienangehHörigen de8 einen oder andern Teile8. (Ob eine Seuche genügenden 
rund gibt, fih ohne Kündi a vom Bertrage LoSzujagen — Yertmann 3 5 626 —, 
un wenigiten3 für manche Sn € DE werden; e3 fommt hier auf die Umftände des 
Ruaelfalls an l) Val. ferner Ripr. d. OLG. (Stuttgart) Bd. 2 S. 502 (das nachträgliche 
erbot eines Brivatpoltunternehmens ift ein wichtiger Grund für den Unter- 
nehmer, dem Angefjtellten den Dienjtvertrag zu Kimbdigen). ee 
B Ueber Einfluß des Todes eines der NMertragSteile vol. übrigens au die 
Bem. 2, g zu S 620, Bem. 2, a zu 8 613 und Bem. UL, 1 zu 5 616, fowie ROS. Bd. 58
	        
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