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VII. Abf{Onitt: Einzelne Schuldverhältniffe.
Ein Gegenfaß Befteht aber nur zwijhen der zur Staatsordnung
zufammengeichlofjenen Gefamtheit und dem einzelnen,
nicht zwilhen der Gefamtheit als Summe der eins
zelnen dem Bublikum) und dem einzelnen. GejeßBe, melde die
SGejamtheit in leßterem Sinne zu [Hüßen bezweden G. SB.
Normen zum Schubße der Verfehröficherheit), find ftet3 audhH zum
Schuße des einzelnen beftimmt; nicht unter & 823 Ubi. 2
fallen dagegen Berlegungen folder Gefebße, die den Schuß
des Staatsganzen bezwecden, 3. B. St®@B. 88 81 Nr. 2—4, 85, 87 ff.
105 (Jo mit überzeugender Begründung DVertmann Bem. 4, b und RORK.=®omm.
Bem. 14, a).
Hinfichtlidh der vielfach auseinandergehenden Anfichten über den Begriff
des SchubgefeßesS val. ferner Venel in D. Sur. 1897 S. 409 F., Liszt
S, 33 ff., Bland Bem. HI, 2, Goldmann Lilienthal S. 884 f., Neumann
Note C, II, Fifcher-Genle IMote 15, Achilles Note 3, Ek-Leonhard S. 601 ff.;
Meisner S. 289 ff, Cojad I S. 677 ., Endemann 1 S. 1263 ff., Matthiaß
407 ff, Weyl, Borträge Bd. 1 S. 525 ff, Schollmeyer S. 221 f., Derndur
8 383, V, 1, Crome $ 326, Lobe a. a. ©. S. 243 f., Sinkelmann im rc,
|. bürgerl. N. Bd. 13 S. 84 ff., BoHlen in D. Iur.3. 1902 S. 432, L. 0
in ©ruchot, Beitr. 1899 S. 390 ff, Beling a. a. D., Schönfeld a. a. VD.
S, 45 ff., ©. Träger, Der Raufalbegriff Anhang) S. 376 ff., Voß, Wündi{cdh,
Bauer und Detmold a. a. OD.
Das Reidhsgericht läßt eine beftimmte Stellungnahme zu diefer bedeut-Jamen
Streitfrage bisher vermiffen. Während ein Urt. vom 9. Januar 1905
(Sur. Widhr. 1905 S. 142 ff.) al Schußgefebß dasjenige Gefeß bezeichnet, das
„den einzelnen im ÖGegenjage zur Gejamtbheit“ zu jhüßen bezwedt, führt
ein Urteil vom 6. Oktober 1904 (SIur. Wichr. 1904 S. 554) aus, der Begriff
des SchußgefeßeS febe nicht voraus, daß die Norm in eriter Linie den eins
zelnen Thüße, falls fie nur „werigiten3 felundär“ den Schuß des einzelnen
bezwede; noch weiter gebt ein Urteil vom 1. Dezember 1904 NGES. Bd. 59
S. 237 ff.: „Bu den Schußgefegen im Sinne de3 $ 823 AWbf. 2 gehören von
den Strafgefeben nicht bloß diejenigen, die den Schuß eine3 größeren oder
engeren Areifes von Vrivatinterefjen fih zu ihrer nächiten Yufgabe geftellt
haben, fondern auch jolche, die in erfter Keihe Höheren Interefjen der AUgemeinheit
zu dienen beftimmt find, wenn je nur nebenher auch den eins
Bm zum Schuße gereichen. Auf eine durchgreifende Ybagrenzung des
Begriffs kommt eS hier nicht an (?); die Örenzen Fi eng zu Eden verbietet
fi fhon deshalb, weil dann das Fehlen eines allgemeinen Erfaßanfipruchs
jür Jahrläffige Vermögensbefchäbigung im BOB. um {o drücdender empfunden
werden würde“, Daß die Örenzen des Begriffs auch „nicht zu weit“ gezogen
werden dürfen, betont ein Urt. d. Reichsger. vom 23. Mai 1906 ROS. Bd. 63
S. 329. S. auch Urt. d. Reichsger, vom 4. Februar 1910 RNOE. Bd. 73S. 32ff. „Db
ein Gejeß (oder eine Jonftige Kechtsnorm) ein den Schuß eineS anderen bezwedendes
Gejek it, ift aus dem in Frage fonmmenden Gefeß felbit, aus feinem nbhalt
und inSbefondere auch aus den VBerhältniffen, die eS regeln will, und deu Hielen,
die e8 verfolgt, zu entnehmen; .. . . auch bei ftrafrechtlichen gefeßlichen Beftimmungen
ift daher {tet3 zu brüfen, welfen Interejfe durch das von dem
Gefeßgeber_gehotene (oder verbotene) Tun oder Unterlaffen berührt wird und
durch die Strafbeltimmung einen Schuß Hat erbalten follen.“ -
Au8 der fajt unüberfehbaren NedhHtf{predhung zu 8 823 AWof. 2 feien folgende
Sinzelheiten hervorgehoben:
x) Al3 Schubagefebe murden erklärt:
StiOB3. 88 153 und 163 (Urt. d. Meichsger. vom 1. Dezember
1904 NGE. Bd. 59 S. 236 ff. und vom 25. Januar 1908 Warneyer
L. Erg.-Bd. S, 155);
StGB, 8 172 (Urt. d. DLG. Hamburg vom 2. März 1906
ipr. d. DOLG. Bd. 14 S. 39 {f.; bedenkkich !). OU hat das Reichsgericht
durch Urteil vom 26. YVktober 1909 ROEC. Bd. 72 S. 128 ff.
mit Recht verneint, daß der Chemann, der die Scheidung wegen Che
brucdhs erwirkt hat, auf ©rund des S 823 Ubi. 2 (vder des S 823
6f. 1, f. oben unter HN, 2, e, «, X von dem Chebrecher Erfaß der VBermögen&nachteıle
verlangen fönne, die ihın durdh die Scheidung erwachfen
über die Unzuläffigfeit der Unterlafiungsklage f. Borbem. VII a. €);
$. auch unten unter d, 7: