Full text : Das Unterrichtswesen Transvaals

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zwölf-jährige Knaben werden oft schon als Zeitungs-Austräger,
Laufburschen usw. beschäftigt, und die Jahre, welcher sie zur ernsten
 Schul-Arbeit benötigten, gehen ihnen verloren, Lassen wir
‘siehe Minutes 1906—08 p. 90) den Leiter eines Heims für arbeitende
 Knaben in Johannesburg (Working Lad’s Institute) für uns
sprechen. Er sagt von dem Knaben der armen Bevölkerung: „In
der Regel arbeitet er fünf oder sechs Jahre lang als Laufbursche,
and ich habe die Erfahrung gemacht, dass er selten, wenn überhaupt,
 eine Gelegenheit hat, das Verlorene wieder nachzuholen.
Das Resultat ist, dass er nur zu oft sich nicht über das Niveau
seines beklagenswerten Vaters emporhebt.“ *)
Was von den Knaben gilt, gilt auch von den Mädchen. Sie
wachsen meist in völliger Freiheit auf und werden nicht einmal
zu Hause zur Arbeit angehalten. Eine Zeugin (siehe Minutes 1906
—08 p. 75) sagte: „Die Mädchen wachsen auf mit dem Gedanken,
dass sie etwas Besseres seien; aber sie werden nicht belehrt, wie
sie etwas Besseres sein können. Die Eltern lassen sie, anstatt sie
zur Arbeit anzuhalten, ein Leben voller fragwürdiger Vergnügungen
führen. Sie lassen sie in den Strassen umherlaufen ; sie dürfen tun,
was ihnen beliebt. Sie brauchen nicht zu Hause zu bleiben, um
dort ihre Hände zu regen.“ **)
Sehr bedauert wird es in Transvaal, wie in ganz Süd-Afrika,
dass es so schwer fällt, weisse Dienstboten zu erhalten, und doch
hätten die Mädchen der ärmeren Bevölkerung hier die beste Gelegenheit
 zum Verdienst und in einem guten Haushalt zugleich ein
zutes Vorbild für ihr künftiges Leben. Da man aber zu dieser
Arbeit bisher nur Eingeborene verwendet hat, erscheint auch sie
den weissen Mädchen als ihrer nicht würdig. Kin Geistlicher (siehe
Minutes 1906—08 p. 287) sagte hierzu: „Meine persönliche Meinung

* „As a rule he works as a messenger for five or six years, and experience
 shows me that he seldom if ever has an opportunity for making up
for what he has lost, with the result that he only too often drifts in the same
way that his unfortunate father did before him.“
**) „The girls are brought up io think they must be something better;
yet they are not taught how io be anything better. Then the parents, instead
of making them work, just let them have their lives packed with pleasure of
a very miserable sort, running abouth the streets, doing anything they like.
They need not stop at home and do a hand’s turn at all.“
            
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