Oz:
Man sieht hieraus, dass der holländischen Sprache in diesem
Gesetz grosse Zugeständnisse gemacht werden, wenn auch die englische
Sprache die bevorzugte bleibt. Die letztere muss in allen
Schulen nach „Standard“ III als Medium dienen, und die Versetzung
ron „Standard“ zu „Standard“ wird durch sie bedingt usw.
Eine grosse Errungenschaft vom pädagogischen Standpunkt
aus ist es, dass der Anfangsunterricht in der Muttersprache des
Kindes erteilt werden soll. Die Sprache ist der Schlüssel zu den
Ideen. Würde der Lehrer nicht den richtigen Schlüssel gebrauchen
Jürfen, so würde er oft lange vor verschlossenen Türen stehen
bleiben müssen. Der richtige Schlüssel aber ist die Muttersprache,
d. h. die Sprache, welche das Kind im täglichen Leben für gewöhnlich
hört und braucht.
Mit dem Sprachgesetze wurden auch die Gründe, welche zu
der Eröffnung der früher erwähnten „C. N. O.-Schulen“ geführt
hatten, hinfällig. Diese Schulen wurden bereits im Jahre 1907
(siehe Report, Transvaal Education Department 1907, p. 2), 115
in Zahl, mit 4754 Schülern vom Staate übernommen.
Der Theorie nach erscheint nun das Sprachgesetz sehr einfach,
übertragen wir dasselbe jedoch in die Praxis, so werden wir sehen,
dass die Durchführung desselben oft sehr schwierig ist.
Nehmen wir zunächst den seltenen Fall, nämlich Schulen, in
welchen weder Englisch noch Holländisch die Muttersprache ist,
d. h. Schulen anderer Nationen, welche nicht von ihrer Nation
selbst, sondern von der Transvaal-Kolonie unterhalten und dadurch
zu Staatsschulen werden, so bietet sich keine grosse Schwierigkeit.
Das Gesetz muss einfach befolgt, Englisch nach „Standard“ III als
Medium gebraucht und Holländisch als eine gewissermassen fremde,
dritte Sprache daneben unterrichtet werden.
Weit grössere Schwierigkeit bieten die Schulen, in welchen
Englisch vorwiegend die Muttersprache und die, in welchen die
Muttersprache der meisten Kinder holländisch ist. Die ersteren
finden wir hauptsächlich in Pretoria und am Witwatersrand, die
letzteren in den Landdistrikten. In den ersteren werden in der
Regel die Kinder holländischer, in den letzteren die englischer
Abkunft zu kurz kommen.