Full text : Handbuch der vergleichenden Statistik- der Völkerzustands- und Staatenkunde

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OESTERREICH.  —  Finanzen  (Staatsschuld).

Directe  Steuern
V*  der  Grundsteuer  etwa  .
‘/s  -  Hauszinssteuer.  .
V*  -  Gebäudesteuer.  .
Vs  -  Erwerb  Steuer  .  .
%  -  Einkommensteuer
Zinsensteuer  ....

S’2  Mill.
1’4  -
1’2  -
1'5  -
l’T  -
:f5  -

Zus.  directe  Auflagen  fl.  17,5  Mill.

Indirecte  Steuern
fl.  S’2  Mill.  15®/a  zur  Verzehrungssteuer  fl.  S’  Mill.
Ausdehnung  derselben  auf
das  flache  Land  ...  -  4’
Preiserhöhung  des  Salzes  .  -  ö’
15”  o  zu  den  Taxgebühren  -  5’T  -
25  resp.  40%  zum  Stempel  -  2’5  -
Zus.  indirecte  Aufl.  fl.  24’2Mill.
Total  etwa  fl.  41’T‘Mí1T
Sämmtliche  Steuerbeischläge  wurden  im  Frieden  forterhoben.  Das
Budget  für  1802  verdoppelte  die  Einkommensteuer  und  das  contributo
arti  e  commercio  im  Venetianischen,  erhöhte  die  Couponssteuer  von  5
auf  7  Proc.,  und  vergrösserte  die  Abgaben  vom  Stempel,  Runkelrübenzucker ­
  und  verschiedenen  Gebühren.  —  Diese  Steuererhöhungen  sind
sämmtlich  bis  jetzt  beibehalten.  *)
Staatsschuld.  Nach  dem  officiellen  »Ausweis  über  den  Stand  der
gesammten  österr.  Staatsschuld  mit  Ende  April  1804«  betrug  derselbe
(alle  Beträge  auf  jetzige  Währung  reducirt)  ;

I.  Allgemeine  Staatsschuld  :
a)  Consolidirte,  ältere,  in  AViener  Währung
-  Conv.-Münze  .
neuere,  -  Conv.-Münze  .
-  österr.  Währung
b)  Schwebende,  in  österr.  Währung  .  .
c)  Capital  von  Entschädigungsrenten  etc.

.  .  40’718,3T0fl.
.  .  S’325,()30  -
.  .  1,G47’545,430  -
.  .  037’‘)99,G05  -
.  .  158’S()0,172-.
  .  15’(i42,iH5  -

Zusammen  2,50y’09(i,l07  fl.
II.  Schuld  des  Lombardisch-Venetianischen  Königreichs  :
a)  Consolidirte  in  Conv.-M.  34*747,142,  m  österr.  AV.

30*202,820;  —  b)  Schwebende  *'18,218  =  ....  05*828,180  -
III.  Grundentlastungsschuld  521*548,808  -

Totalbetrag  der  Schuld  3,090*473,245fl.
Zur  Schuldgeschicbte.  Bei  Beendigung  des  siebenjährigen  Krieges,
1703,  belastete  Oesterreich  eine  auf  1  50  Alillionen  geschätzte  Schuld,
welche  1781  auf  283  Mill,  angewachsen  war,  und  beim  Beginne  der
franz.  Revolution  1789  die  Ziffer  von  3  19  Mill,  erreichte.  \"on  jetzt  an
erfolgte  Vermehrung  im  colossais  ten  Umfange.  Schon  1790  stieg  der
Schuldbetrag  auf  fast  372  Mill  ,  1793  auf  125,  1795  auf  490.  Im  nächsten ­
  Jahre  sind  504,  1799  033,  1802  080  AI  ill.  aufgezeichnet,  dann
1810  727,  1811  812  Mill.  An  diese  Anhäufung  der  consolidirten  Schuld
schloss  sich  eine  Reihe  der  ungewöhnlichsten  Finanzmassregeln  :  Staatsbankerut
  und  das  noch  ausserordentlichere  Mittel  des  Zwanges  zur  »Arrosirung«
  ;  erst  setzte  man  einseitig  die  Zinsen  der  Schuld  auf  die  Hälfte
herab,  sodann  nöthigte  man  die  Gläubiger  zu  weitern  Darlehen,  indem ­
  sie  beim  Unterlassen  der  Nachzahlung  die  frühere  Forderung  ganz
verloren  !  —  Aehnlich,  wie  mit  den  eigentlichen  Schuldscheinen,  erging

*)  Der  Bedarf  der  Stadt  AVien,  1852  erst  2*720,823  fl.  betragend,  war  1  soi
bereits  auf  7*012,858  angewachsen.  Die  Einkünfte  hatten  in  gleichem  Masse
erhöht  werden  müssen;  sie  werden  in  den  beiden  genannten  Jahren  mit  3*291  ,S45
und  7,248,227  aufgeführt.  (Im  J.  18(i2  ward  die  AVohnungsmiethezu  20*590,202  fl.
berechnet,  wovon  7*740,222  fl.  an  Staats-  und  Communalsteuem  zu  entrichten
seien.)  Das  unmittelbare  A'ermögen  der  Stadt  ward  übrigens  zu  40*870,515,  der
Schuldenstand  nur  zu  4*024,031  fl.  berechnet.
            
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