Full text: Währung und Handel

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-Die Quelle dieses Trrtliums liegt in der Verwechslung 
des Capitals mit dem Circulationsmedium. Der Zinsfuss rich 
tet sich auf die Dauer weder nach dem wirklichen, noch nach 
dem scheinbaren Umfange der in einem Lande vorhandenen 
( irculationsmittel, sondern nach dem Umfange der in diesem 
vorhandenen Capitalien, oder noch richtiger gesagt, nach dem 
Verhältnisse dieser Capitalien %u der durch diese zw leisten 
den wirthschaftlichen Arbeit. Nun haben wir allerdings früher 
gesehen, dass durch die Zettelemission dem Lande für’s erste 
ein Vermögenszuwachs in den Schoss geworfen wird. Für die 
Drage des -Zinsfusses ist dies jedoch ganz irrelevant. Das Ver- 
haltniss der für die innere Production verfügbaren (Kapitalien 
[l^esen zu leistenden Arbeit bleibt im grossen 
Canzeii das nämliche, gleichviel ob ein Land jene Bedürfnisse, 
< ie zur Zettelausgabe geführt haben, durch diese oder durch 
ein verzinsliches Anlehen deckt. Ist der Zinsfuss des Landes 
welches vor dieser Alternative steht, höher als im Auslande! 
«0 wird es sein verzinsliches Anlehen im Auslande unter' 
J)nngen und folglich auf dem inländischen Markte der 
Production auch auf diese Art kein Ca])ital entziehen; ist 
sein Zinsfuss mässiger, so wird es die durch die Zettel- 
emission frei werdenden (Kapitalien im Auslande anlegen und 
anch dadurch kein vermehrtes (Kapitalangebot für die in 
ländische Production hervorbringen. Wnn umgekehrt im 
ersteren Falle, nämlich bei höherem inländischen Zinsfnsse, 
zur Zettelausgabe geschritten wird, so verhindert dies, dass* 
‘las Ausland jene Werthpaj.iere kauft, die es ohne das Da 
zwischentreten dieses Umstandes in dem betreffenden Lande 
anvorbeii und dadurch diesem neue (Kapitalien zugeführt 
. ; glftiehwie, wenn bei mässigerem beiniischen Zinsfnsse 
pn Anlehen aufgelegt wird, dieses das heimische (Kapital ver- 
un ert, im Auslande jene Werfhpapiere zu kaufen und (la 
unch demselben jene (Kapitalien zuzuwenden, die es ohne das 
Dazwischentreten dieses Umstandes von dorther bezogen, 
î’espective dahin gesendet hätte. Für den ersten Moment 
‘Allerdings wird diese Ausgleichung sich nicht vollständig voll- 
zie leii, und daher durch eine Zettelemission eine vorübergehende 
S teigerung des (’ajntalangebotes hervorgebracht werden; auf 
AA* Dauer jedoch muss in allen Fällen das nämliche Veihältniss
	        
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