5*
Personentarife.
67
dem für den ganzen Tag gelten und auch so verkauft und
^bgestempelt werden*). Letzteres wäre allerdings bei der
deutschen Billetcontrolle durch das Zugbegleitungspersonal,
'''egen der dadurch, besonders für kurze Touren eintretenden
Erleichterung von Defrauden, sehr gefährlich : aber in Eng-
aiid wird eben die Billetcontrolle stets, und auch wo das
Eoupiren und Abnehmen der Billets im Zuge selbst erfolgt,
durch Beamte der Stationen, also selbst bei den kürzesten
louren immer durch zwei von einander ganz unabhängige,
^n verschiedenen Orten befindliche Personen geübt.
Ea, wie im ersten Abschnitt erörtert**), eine Ver
mehrung der Züge in Deutschland unter den gegenwärtigen
Verhältnissen nicht rathsam sein dürfte, so muss die Gleich
stellung des Preises für Schnell- und Personenzüge schon
deshalb bedenklich erscheinen. Dann bliebe auch noch die
^^'%e, ob dieselbe durch Ermässigung der Schnellzugs- oder
Erhöhung der Personenzugspreise erreicht werden soll, und
^ei der jetzigen Wirthschaftslage in Deutschland hat Beides
viel gegen sich. Dennoch wird, dies um so mehr, je
stärker sich der Verkehr entwickelt und die Verhältnisse
^"^mpliciren, der geschilderte Vortheil der Vereinfachung
imactische Wichtigkeit behalten, so dass es angezeigt er
scheint, die Frage nicht aus dem Auge zu verlieren.
Eie Einführung der 3. Klasse bei den Schnellzügen
^^t in England eine erhebliche Ableitung des Publikums
^cr 2. Klasse nicht zur Folge gehabt, was ebenso wie
'Ee in Deutschland mit Einführung der 4. Klasse ge
machte Erfahrung beweist, dass das Benutzungsverhält-
^ms der einzelnen Klassen mehr als vom Preise, von
socialen Gewöhnungen des Publikums abhängt. Diese
in a ^ angenehm es für das Publicum ist, die Billets nicht blos
St unmittelbar vorhergehenden Viertel- oder halben
mide lösen zu können, bedarf keiner Erörterung.
*) Vergl. S. 18.
3. Klasse
in Schnellzügen.