18. Titel: Einbringung von Sachen bei SGajtwirten. 88 703, 704, 1261
D Auf die der Begleitung des Gaftes G. DB. einem Diener)
gehörenden Saden eritrect {ich da3 Wfandrecht des Gaftwirts für
jeine Forderungen ge0en den Saft nicht (ebenfo Schollmeyer S. 141, Planck
Bem. 2, Goldmann-Lilienthal S. 727 Anm. 44, RONR-Komm. Dem, 3,
Zangen S. 128 Anm. 7; das Gegenteil wird von Dernburg & 353, VI ohne
zefebliche Orundlage al8 „zweifellos“ bezeichnet). Daß die der Begleitung
des Gnites gehörenden Sachen dem Riandrecht unterliegen, foweit dem Wirte
in felbjtändiges Sorderungsrecht gegen diejfe Perfonen nach Maßgabe des
70 zuftebt, it jelbitverftändlich 4. au unten Dem. 4 a. €).
4%. Die dur das Pfandrecht gefiherten Forderungen. Das Pfandredht des
Paltwirtz befteht nicht nur zuguniten feiner Forderung für Wohnung (infoweit würde
a Thon $ 559 ausreidhenden Schuß gewähren), Jondern auch zuguniten feiner Zor-
rungen für andere dem Salte zur Befriedigung feiner Bedürfniffte
3ewährte Zeitungen insbejondere für verabreichte Speifen und Getränke), fowie
yigunjten feiner Erfaßanfpriüdhe für die von ihın an Stelle des Safjtes beftrittenen
uSlagen dal. 8196 of. 1 Ir. 4 und anderfeit8 hinjichtlih des Bermieters Bem. VI, 2
jr $ 559). Daß die gewährten Leiftungen ein wirkliches Bedürfnis des SGafteS befriedigt
Jaben, ift nicht erforderlich. |
| „Darkeh en, die der Gaftwirt dem Safte gewährt hat, Können nicht als „Yur3=
ügen” erachtet werden; dagegen gehören zu den durch Pfandrecht geficherten Horderungen
Au die Erfaßanfprüche des Wirtes für BefhHädigun der dem Gafte zur Verfügung
Qetellten Räume und Gegenitände 3. B. für ein zerbrodhenes Wafchglas, für ein in das
ilard geftoßenes Loch; vgl. Siber S. 13), fowie die Uörberungen des Wirtes
a ay Begleitung des Gaftes8, foweit Iehterer Hiefür haftet Cval. oben
‚5, Nechtlide Natur und Yubalt des Pfandrechts, Das nach S 7014 dem Gaft-
et zZuftebende Vfandrecht it (mie da3 des Vermieters nach S 559) ein gefeblidhes
fandrecht (SE. I, 628, Me. 11, 590, ZG. 11, 276, 342). Auf dasfelbe finden daher
maß 8 1257 im allgemeinen die Vorfchriften über daZ durch Rechtsgefchäft beftelite
fandrecht (88 1204 ff.) entfprehende Anwendung (vgl. Bem. 1 zu S 559). +
s Abweichungen von Ddiefem Grundjaß ergeben {ih aber dadurch, daß nach
S 704 Sat 2 einzelne der für das Miandrecht des Vermieter® geltenden Borfchriften ent-
WPrechende Anwendung finden (vgl. WE. 1, 590 ff).
3) Das Pfandrecht des Gaftwirts erftreckt fih nicht auf die der Pfändung
nicht untermorfenen Sachen (S 559 Sag 3; val. Dem. V zu 8 559, 1. aud
Xacubeziy, Bem. S. 144 ff).
Das Rfandrecht des Gafjtwirts erlifcht mit der Entfernung der Sachen
2u8 dem Bereiche der Gafjtwirtfchaft, e8 fei denn, daß die Entfernung ohne
Willen oder unter Widerfpruch des Saftwirts erfolgt. Der SGaltwvirk fann
5er Entfernung nicht widerfjprechen, wenn {te im regelmäßigen ©efchäfts»
jefriebe Des ®alte8 oder den gewöhnlichen SebenSverbältnijjen entfprechend
EOS oder wenn die zuriückbleibenden Sachen zur Sicherung des Galtwirl3
offenbar ausreichen (8 650 und Bem. hiezu; val. Dertmann Bem. 1 und
Bland Bent. 4, die mit NRecht hervorheben, daß die Mitnahme des gefanıten
Reifegepäds nicht geftattet fein kann, da außerdem das Vfandrecht Des Galt=
virt3 jede Bedeutung verlieren würde).
Der SGaftivirt darf die Entfernung der feinem Pfandrecht unterliegenden
Sachen, foweit er ihr zu widerfprechen berechtigt it (f. oben unter b), au
One Anrufen des Sericht3 verhindern und, wenn der Saft außziebt, die
Sachen in feinen Befiß nehmen. Sind die Sachen ohne Willen oder unter
Widerfpruch des Gaftwirt8 entfernt worden, fo kann er die Herausgabe
m Zwede der Zurücichaffung in die Saltwirtfchaft und, wenn der Salt
ıu8gezogen ift, die Neberlafjjung des Befjibe8 verlangen. Das Pfand-
cecht erlifdht mit dem Ablauf eines MonatS, nachdem der Saftiyirk von
der Entfernung der Sachen Kenntnis erlangt hat, wenn nicht der Gaftwirt
yiefen Anfpruch vorher gerichtlich geltend gemacht hat ($ 561 und Sem. biezu)
Der Gaft kan die Geltendmachung des Pfandrechts des Gnftwirts durch
Sicherheitsleiftung abwenden; er kann jede einzelne Sache dadurch von
dem Bfandrechte befreien, daß er in Höhe ihres Wertes Sicherheit leiltet
(8 562 und Bem. hiezu).
m) Wird eine dem Pfandrechte des SGaftwirtzZ unterliegende Sache für einen
anderen Gläubiger gepfändet, jo kann diefem ME das YPfand-
recht nicht weaen der Korderungen des Gaftwirtz fir eine frühere Beit
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