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Herrnhuter zu Lebanon, wo wir Wasser einnahmen. Diese
„stillen Leute im Lande“ erfreuen sich eines ausgezeichneten
Rufes und ebenso grossen Wohlstandes. Die Farmen der
Gegend haben nur 8o bis loo Acres, sehen aber so wohlgehalten
wie englische aus, nur sind sie practischer bewirthschaftet,
indem die Baulichkeiten nicht so massiv und
kostspielig, doch aber sehr hübsch und überall zweckmässig
sind. Die Wohnhäuser sind alle zweistöckig, sauber angestrichen,
Fenster und Thüreinfassungen durch besondere Farben
abgehoben ; viele haben auch Veranden. Die Ställe sind dreistöckig
; unten ist der Viehstall, oben Granarium und Futterboden.
Alles ist aus Holz, leicht, billig, aber doch solid
gebaut. Zahlreiche Kirchen zeugen von dem religiösen Sinne,
der in Pennsylvanien noch die öffentlichen Angelegenheiten
durchdringt und namentlich in strenger Sonntagsfeien seinen
Ausdruck findet. Man sieht hier verschiedenartige Niederlassungen,
die sich von einander, je nach der Nationalität der
Ansiedler, unterscheiden. Die ersten waren englische Ansiedler,
sie wohnen in zerstreuten Farmhäusern auf ihren Aeckern, die
später eingewanderten deutschen Herrnhuter in Dörfern ;
Anstrich und Bauart ist überall verschieden und charakteristisch.
Von Lebanon fuhren wir nach Cornwallis, das Eisenwerk
zu besichtigen, welches wohl einzig in seiner Art ist. Drei
grosse zusammenhängende Eisenberge heben sich hier, der
höchste 300 Fuss, über den Boden und bestehen grösstentheils
aus Magneteisen, das zu Tage liegt, mit geringen Kosten abgesprengt
werden kann und durchschnittlich 52 Percent Eisen
enthält. Es werden jährlich 250.000 Tonnen abgebaut. Eine
Bahn führt spiralförmig auf den Gipfel des höchsten Berges
und fuhren wir mit unseren leichten Locomotiven schnell diese
Bahn, die vier Fuss Steigung auf 100 Fuss Länge hat, hinauf
und hinunter.
Von oben geniesst man eine entzückende Aussicht über
Berg und Thal — ersterer durchweg mit Laubholz bewaldet,
doch nur jung bestanden.
Nach eingehender und instructiver Besichtigung der Anlagen,
die einfach sind, fuhren wir zu unserer vorläufigen
Residenz in Pottsville, sehr zufrieden mit unseren Studien