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Erstes Buch. Die Begründer.
Stoffe überwachen sollten, trieb unter anderen sein Unwesen in der Woll
industrie 1 ). Die Festsetzung der Lehrzeit auf sieben Jahre, die Beschrän
kung der Anzahl der Lehrlinge in den Hauptindustrien, die Hindernisse,
die der Freizügigkeit der Arbeiter infolge des „Armengesetzes“ und einer
Reihe von Vorschriften, die seit der Regierung Elisabeths vervollständigt
waren, entgegenstanden, erschwerten die Arbeitsmöglichkeit und jede
gute Kapitalanlage. Smith wendet sich energisch gegen alle diese Maß
nahmen. Zwar waren in England die Hindernisse, die dem Güterumlauf
im Innern Frankreichs entgegenstanden, unbekannt; jedoch gab es große
Handelsschranken im Verkehr mit Irland. Die Hindernisse, unter denen
Englands Außenhandel litt, waren nicht geringer als in anderen europäischen
Staaten: Einfuhrverbote oder hohe Zölle auf Manufakturerzeugnisse
und gewisse Naturprodukte (wie französische Weine), Ausfuhrverbote
auf gewisse der Nationalindustrie notwendige Erzeugnisse, wie Wolle
oder Maschinen, engherzige oder drückende Politik gegen die Kolonien,
die als natürliche Lieferanten von Roherzeugnissen für die Heimat und
als gezwungene Abnehmer ihrer Manufakturprodukte angesehen wurden
usw. Gegen alle diese Maßnahmen, die vorgeblich die Vorherrschaft
Englands über die anderen handeltreibenden Völker sichern sollten,
hat Smith sein schwerstes Geschütz aufgefahren. Das vierte Buch der
Wealth of nations ist eine flammende, leidenschaftliche Anklage
schrift gegen den Merkantilismus, bewunderungswürdig in ihrer genauen
Dokumentierung. Es ist der Teil des Buches, der seine Zeitgenossen
am meisten interessieren mußte, und der uns heute als der veraltetste
erscheinen würde, wenn Smith hier nicht eine ganze Theorie des inter
nationalen Handels und eine Kritik des Schutzzolles eingefügt hätte,
die für die Geschichte der nationalökonomischen Lehren besonderes
Interesse hat. Wir müssen hierüber einige Worte sagen.
Im Kampfe für die internationale Handelsfreiheit sind Smith, wie
in so vielen anderen Punkten, die Physiokraten vorausgeeilt. Aber auch
hier ist er ihnen durch die Weite seines Blickes überlegen. Der Liberalis
mus der Physiokraten wurzelt im Interesse der Landwirtschaft; der
auswärtige Handel bleibt ihnen „Notbehelf“. Smith sieht im Gegenteil
den äußeren Handel als an und für sieh vorteilhaft an, vorausgesetzt,
daß er zur rechten Zeit einsetzt und sich selbsttätig entwickelt 2 ). Wenn
aber Smith immerhin über den physiokratischen Gesichtspunkt hinaus-
') Vgl. Mantoux, op. cit. S. 65—66. In diesem Buch finden wir über alle diese
Punkte, die wir hier nur erwähnen können, sehr interessante Einzelheiten. Die neuen
restriktiven Verordnungen werden von Smith im 2. Teil des X. Kapitels des 1 Buches
kritisiert.
a ) „Jeder von diesen verschiedenen Handelszweigen ist jedoch nicht nur vorteil'
haft, sondern auch notwendig und unausbleiblich, wenn der natürliche Lauf der Ding e
ohne Zwang oder Gewaltsamkeit dazu führt“ (Völkerreichtum I, S. 219, B. D’
Kap. V).