Full text : Ursachen der Amerikanischen Concurrenz

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Jahren  1821  und  1822  kam  das  erste  Vieh  von  Louisiana
nach  Texas,  dieses  ist  schwerer,  weil  französischer  Abkunft.
Es  gab  1831  schon  drei  grössere  Herden,  zwei  von  600  und
eine  von  3000,  solcher  Abkunft  in  Texas,  am  Brazos-Flusse.
Jetzt  schon  begann  die  Kreuzung  des  kleineren  Landschlages
mit  diesen  schwereren  Thieren.  Seit  etwa  einem  Decennium
bezieht  man  vielfach  Vollblut-  oder  hochgradige  Stiere  englischer ­
  Abkunft,  Durhams,  aus  den  Mittelstaaten  der  Union,
aus  Kentucky  und  Kansas,  zur  Kreuzung.  Doch  soll  nur
einmalige  Kreuzung  sich  für  die  Herden  zwischen  Nueces
und  Rio  Grande  bewähren,  weil  mehrgradige  Thiere  grössere
Pflege  erfordern  als  sie  dieselbe  in  Südwest-Texas,  namentlich
in  der  trockenen  Jahreszeit,  finden.  Diese  erste  Kreuzung
soll  den  Verkaufswerth  per  Haupt  um  50  Percent  erhöhen.
Zweijährige  Kreuzungsproducte  sollen  bis  1200  Ibs.,  vierjährige
bis  1800  Ibs.  (?  ?)  schwer  werden;  bei  geeigneter  Mast  natürlich. ­
  ln  dem  äussersten  Nordwesten  von  Texas,  dem  Pan
Handle,  in  Neumexico  und  dem  westlichen  Theile  des  Indianer
Territoriums  giebt  es  grosse  Rinderherden,  welche  eine  mehrfache ­
  Kreuzung  mit  englischem  Shorthorn-Vollblut  vertragen
und  schwerer  werden  als  die  Thiere  aus  dem  Südwesten  von
Texas.  Man  nennt  diese  Thiere  in  Kansas  City  und  Chicago
„Beefcattle^.  Nur  diese  Thiere  gelangen  bjs  an  die  atlantische
Küste,  aber  selbst  von  ihnen  wenige  bis  nach  Europa.  Die
Texas-Rinder  werden  meist  im  Süden  der  Union  und  westlich
von  Chicago  und  St.  Louis  als  Schlachtvieh  verbraucht,  oder
sie  werden  in  jenen  Städten  und  in  Kansas  City  zur  Präparirung ­
  von  Büchsenfleisch,  „canned  beef",  verwendet.  Früher
machte  man  davon  in  Kansas  City  auch  viel  Rinder-Pökelfleisch. ­
  Doch  soll  sich  dies  Geschäft  neuerlich  nicht  mehr
recht  auszahlen.
Die  Zucht  des  Rindviehes  in  Westtexas  ist  höchst  einfach.
Die  Rinder  weiden  frei,  ohne  Hirten,  auf  unumzäunten,  endlosen ­
  Prairien  und  werden  jährlich  nur  zusammengetrieben,  um
den  jungen  Kälbern  das  Brandzeichen  des  Eigenthümers  aufzudrücken ­
  und  dann  im  Frühjahre,  um  jene  Ochsen  auszusuchen, ­
  welche  nach  dem  Norden  getrieben  werden  sollen.
            
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