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machen des Viehes ein doppeltes Geschäft, dessen einzelne
Theile an weit von einander getrennten Orten vollzogen
wurden. Das Vieh wird in Texas geboren und bis zum
zweiten oder vierten Jahre dort geweidet. Dann in den Nord
staaten Wyoming-Dakota oder in Colorado - Kansas grasfett
geweidet. Weniges kommt auf die Weiden von Illinois oder
Ohio, weniges wird mit Mais in einem dieser letzteren Staaten
fett gemacht. Wir kennen einen ähnlichen Process in Europa.
Polnisches und bessarabisches Steppenvieh wird, wenn ausge
wachsen, an die Zuckerfabrikanten und Spiritusbrenner von
Böhmen und Sachsen verkauft und dann fett nach Berlin oder
Hamburg und England versandt.
Neuerlich beginnt man in Nord- und Mitteltexas diesen
letzteren „Veredelungsprocess“ vorzunehmen. Wir besahen
eine etwa 20.000 Acres grosse Farm, welche circa 50 Meilen
östlich von San Antonio liegt und dem Bahndirector Mr. Peirce
gehört. Sie ist gänzlich eingezäunt und besteht aus einem
fast ebenen Prairieboden, der meist recht viel Holz hat, ohne
doch Wald genannt werden zu können. Die Bäume beschatten
den Boden und halten die Feuchtigkeit darin, so dass das
Gras lange grün bleibt. Auch wächst ein zuweilen 30 Fuss
hoher Strauch, Mesquitostrauch, in dieser Prairie, der in trocke
nen Jahren besonders viel Laub trägt. Dieses dient, wenn
die Sonne das Gras versengt, dem Vieh als Nahrung. Auch
eine Cactusart wird, nach Absengen der Stacheln, dem Vieh
in solcher Zeit als Futter gegeben. Ein Fluss theilt die P'arm
und gibt den Rindern stets reichlich Trinkwasser. 2500 Acres
waren umgerissen und mit Getreide bestellt, welches alles
jedoch nur für Fütterungszwecke angebaut wird, sogar Weizen
und Roggen. Wir sahen, ausser diesen, Mais, Hafer, Gerste,
Sorghum, Millet und Luzerne, Im Herbst baut man auch
Turnips. Alle diese Früchte gedeihen üppig, hatten aber zum
Theil vom Froste gelitten. Der Winter 1880/81 war bekanntlich
der härteste seit 1835. Aufwendung der vollkommensten
Maschinerien wurde der Boden bestellt. Die Oeconomiege-
bäude und Viehmaststände waren von der einfachsten und
billigsten Beschaffenheit. Alles Futter wurde mit Dampf ge-