XIX. Capitel.
Der Panama-Canal und die amerikanische
Politik.
Die Geschichtsschreibung beginnt in neuerer Zeit einen
^Guen Maassstab anzuwenden und die Bedeutung von Männern
^3ch anderen Prinzipien zu würdigen wie vordem. Nicht mehr
kriegerischer Ruhm allein wird als Bedingung für die Erlangung
Unsterblichkeit angesehen, sondern grosse Werke des
Friedens, welche eine wesentliche Verbesserung des Looses
'^•eler Menschen zum Zwecke haben, erzeugen ebenfalls einen
Anspruch auf Aufnahme in die Tafeln der Weltgeschichte,
■^uch das Alterthum ist reich an Unternehmungen, deren
Drossartigkeit noch heute Staunen erregt, da man die Unzu
länglichkeit der damals zur Verfügung stehenden mechani
schen Kräfte, im Vergleich zur gelösten Aufgabe, kennt,
■^hein solche Bauwerke, wie die Pyramiden Aegyptens, waren
^cist nur Denkmäler, welche einzelne Menschen sich oder
*hrem Geschlecht gesetzt, und durch welche sie — vergebens
sich in der Erinnerung der Menschen zu erhalten versuchten,
zwar die Pyramiden anstaunen, die Namen ihrer eitlen
Schöpfer aber vergessen haben. Wer im Gedächtniss der
Menschen leben will, muss ihnen grosse Dienste leisten,
^•^d er wird so lange unvergessen sein und von ihnen geehrt
y erden, als es Menschen gibt, welche Nutzen aus der That
Jener Helden der Cultur ziehen. Durch Dienste und durch
k^‘enen erwirbt man Autorität, und heut zu Tage heisst
Regieren Bedürfnisse des Volkes befriedigen. Wer
dies gut thut, ist ein guter Regent, und sein Name lebt so
in der Geschichte, als sein Dienst no(;h nachwirkt.