Full text: Geschichte des Zentralverbandes der Stickerei-Industrie der Ostschweiz und des Vorarlbergs und ihre wirthschafts- und sozialpolitischen Ergebnisse

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Don Mitteln wie der Boykott erfordert, — und das ist der 
Fall — wird es Aufgabe des Staates sein, Sorge zu tragen, 
daß nicht Mißbranch mit ihnen getrieben wird. Der Boykott 
ist die moderne wirthschaftliche „Acht und Bann"; beide 
sollen im Rechtsstaate sowohl als int Staatswesen, das wirth- 
schaftlich und sozial den Anforderungen der Gegenwart ent 
spricht, nur von einer in den Staatsorganismns inkorporirten 
Genossenschaft unter Aufsicht des Staates verhängt werden 
dürfen. Der Boykott von 1890 hat denn auch die Ueber 
zeugung wesentlich gekräftiget, daß die Umwandlung des 
Stickereiverbandes in eine staatliche Bernfsgenvssenschast so 
bald wie möglich zu erfolgen hat. 
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^Bewegung" Im Oktober 1887 erregten gewisse Bewegungen in 
den Vorarlbergischen Sticker kreisen Verbandsauf 
sehen. Vorarlberg war von den Tagen der Verbands- 
gründnng an ein wenig Sorgenkind des Verbandes. Die 
dortigen Leute sind fleißig, niichtern, und im ganzen anspruchs 
loser als der ostfchweizerische Arbeiter. All industrieller 
Intelligenz und Fertigkeit reichen sie aber nicht an den letzteren 
heran, was seine Erklärung vielleicht darin findet, daß die 
Industrie in der Ostschweiz sehr alten Datums und der 
industrielle Geist und Trieb längst in Fleisch und Blut iiber- 
gegangen ist, was im Vorarlberg nicht zutrifft. Schon 
dadurch besitzt der schweizerische Produzent eine gewisse Vor- 
zngsstellnng gegenüber dem vorarlbergischen. Dieselbe wird 
wesentlich dadurch erhöht, daß das Vorarlberg int Durch 
schnitt das bedeutend schlechtere Maschinenmaterial besitzt, als 
die Schweiz. Ein nicht sehr sauberer Maschinenhandel über- 
schwemmte jenes Ländchen mit ausrangirten Schweizer 
maschinen, nachdem sie vorher mehr oder weniger genügend 
renovirt worden waren. Daß unter solchen Verhältnissen 
nach Vorarlberg durchschnittlich viel geringe Waare aus 
gegeben wird und daß man dort zuerst an die Reihe kommt,
	        
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