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er meinte, daß sie größere Macht hätten als er, —Macht
über ihn zum Bösen oder zum Guten.
Und wieder muß hier ausdrücklich betont werden: die
Frage, welche Dinge Macht über die Menschen haben, oder
welche Dinge sie meinen, daß sie Macht über sie haben, und
welche sie also als höheres Wesen ansehen, hängt ganz und
gar von den Produktionskräften ab, die sie in der Natur
anzuwenden im Stande sind, und von den Produktions—
verhältnissen, in welchen sie leben.
Aber bei der Untersuchung der Religion muß man in
ihr zwei Arten unterscheiden.
Die primitiven Menschen verehrten oft Dinge, von
denen sie sich einbildeten, daß sie Macht über sie hätten.
Gegenstände, von denen sie glaubten, daß sie auf ihr Los Ein—
fluß haͤtten, hielten sie für heilig, göttlich. Schon durch seine
Anwesenheit bei einem glücklichen oder unglücklichen Ereig—
nis, konnte ein Gegenstand diese Macht bekommen. Ganz
wie ein Kind ein Ding für lebend und mächtig hält, es
liebt oder haßt, es straft oder liebkost, so war es bei den
primitiven Menschen Ein Stein, ein Stuück Holz, ein
Baum, ein Tier, ein Berg bekamen in dieser Weise in
hrem Geiste göttliche Macht.
—EEV —o
Jene Art Religion ist nicht die Religion im engeren
Sinne. Sie muß von dieser unterschieden werden. Denn
jene Götter haben noch keine menschliche Gestalt, sie sind
auch nicht bleibend, nicht „ewig“ Sie sind wechselnd und
existieren nur zufällig.
Aber doch ist diese Verehruug schon Religion. Im
Gegenstande der Verehrung ist der Glaube an einen Stein
oder einen Berg von dem Glauben an einen menschlichen
Volt verschieden, aber im Wesen sind sie gleich. Der
Glaͤube des Wilden an einen Stein ist im Wesen von der—
sAben Att als der Glaube der Israeliten an einen himm—
lischen König, des Sokrates und des Plato an einen Gott,
der die Feeu schuf, der Christen an einen Vater, der katho⸗
lischen Kirche an eine außer der Welt sie beherrschende Drei—
einigkeit, des Spinoza an, einen Gott, der das Weltall
selbseest, des Kant an den Gott, den Schöpfer des sittlichen
Gebots, des Hegel an den göttlichen Geist, der sich in der
Wen derwirkuücht, usw. Der Boden aller dieser Glauben,
so wohl des Negers als des Christen, des Plato und des
Kant, Ist die Unkenntnis und die Machtlosigkeit der Natur
und der Gesellschaft gegenüber. Ihre Triebkraft ist der
Zelbsterhaltungstrieb, dem Leben und dem Tode gegen—