Überwälzung des Goldbedarfs von ben Kassen der Bank von Frank
reich aris den freien Verkehr. Diese Überwälzuilg, welche auf den
ersten Blick als erwünscht erscheinen niag, ist ill lilehrsacher Hinsicht
nachteilig. Die Bank verliert dell Überblick über die internationale
Goldbewegung; ferner werdeil statt Goldbarreil lnld ausländischer
Goldmünzen, welche die Bank liefern könnte, inläildische Goldmünzen
zur Ausfuhr verwendet, wobei die Prägekosten verloren gehen;
schließlich suchen die Arbitrageure, da es für das Ausland nicht auf
den Nenllwert, sondern ans den effektiven Goldgehalt der Müllzen
ankolnmt, die vollwichtigstell Stücke aus, was zu einer Verschlechterung
des im Lande bleibenden Golduinlaufs führt. Dazu kolnmt, daß
die Überwälzullg der ausländischen Goldnachfrage aus dell freien
Verkehr für die Bank selbst kamil einen dauernden Vorteil im Gefolge
hat. Durch die Entnahme großer Summen von Goldmünzen aus
dem freien Verkehr entsteht im Geldumlauf eine Lücke, welche die
Centralbank, solange sie Gold für dell Jnlalldsverkehr abgiebt, nicht
umhin sann auszufüllen, soweit sich diese Lücke ilicht durch eine Ver
minderung des Rückflusses voll Gold aus bent freien Umlauf zur
Bank voit selbst ausfüllt.
In der That hat der angeblich durch die Prämienpolitik ganz
besonders geschützte Goldbestand der Bank von Frailkreich in den
letzten Jahren eine nicht unwesentliche Vernliilderllng erfahren, wie
aus folgenden Zahlen hervorgeht. Im Jahre 1895 war der höchste
Stand des Goldvorrates der Bank von Frankreich 2150 Millionen
Fres., im Jahre 1898 war sein höchster Stand nur 1941 Millionen
Fres., und zwar wurde er in der ersten Bilaitz dieses Jahres nach-
gewiesen; er hat sich seither fortgesetzt weiter vermindert und hat in
den letztell Übersichtell seinen Tiefpunkt mit 1834 Millionen Fres,
erreicht. Ein gewisser Stillstand ist erst eingetreten, seitdem die
Bailk die erwähnte Diskonterhöhlmg vorgenommen hat. —
Die Tendenz der Abwälzung der Goldnachfrage ails den freien
Umlauf besteht allch bann, weitn sich die Prämie teilweise auf dell
Verkehr fortpflaltzt. Sie hört auf zu wirken, sobald sie sich ill ihrer
vollen Höhe auf den Verkehr überträgt.
In diesen beiden Fällen wird thatsächlich die Beschaffmlg mtd
Versendung von Gold verteuert. Aber was bedeutet diese Ver
teuerung ? — Etwa eine Belastung der Arbitrageure? — Keinesfalls;
denn die Gewinne der Edelmetallabitrage finb infolge der großen
Konkurrenz und der absoluten Sicherheit des Geschäftes, das weniger
als irgend ein anderes auf Spekulatiou beruht, überaus gering.