Full text: Zur Erneuerung des deutschen Bankgesetzes

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Auch bei der Württembergischen Notenbank und der Ba 
dischen Bank hat das Depositengeschäft in den letzten Jahren Fort 
schritte gemacht; dagegen hat die Bank von Süddeutschland 
diesen Geschäftszweig bisher gänzlich vernachlässigt. 
Die Entwickelung des Giroverkehrs bei den Privatbanken hat 
also auch nicht einmal annähernd die Ausdehnung und Bedeutung 
gewonnen wie bei der Reichsbank; außerdem war das Beispiel der 
Reichsbank bahnbrechend für diejenigen Privatnotenbanken, welche das 
Girogeschäft in größerem Umfang eingerichtet haben. 
Wenn wir uns erinnern, welche Anforderungen die Entwickelung 
der deutschen Volkswirtschaft während des letzten Vierteljahrhnnderts 
an das deutsche Bankwesen stellte, so findeil wir, daß ein erheblicher 
Teil dieser Anforderungen durch die Einrichtung nnb Pflege des 
Girogeschäftes glänzend befriedigt worden ist. Von der Erleichterung 
und Verbilligung der Zahlnngsausgleichnng abgesehen, ist es gelungen, 
in ganz gewaltigem Unlfang Bargeld-Übertragungen überflüssig zu 
machen, eine in hohem Grad intensivere Ausnutznilg der vorhandeilen 
Umlaufsmittel herbeizuführen und dadurch ein starkes Gegengewicht 
gegen die große Steigerling der Umsätze zu schaffeii. 
2. Die Diskontpolitik der Neichsbank und ihre Ergebnisse. 
a) Die Aufgaben der Diskontpolitik. 
Haben bei der Ausbildung des Giroverkehrs die Privatiioteuballken 
uiid — was llicht vergessen werden darf — auch Baiikeii ohiie Noten 
ausgabe mitgewirkt, so hatte die Reichsbank allein die übrigen An- 
forderilngen zii bewältigen: Vermehriliig nnb Sicherung des deutschen 
Metallgeldvorrates, die Anpassung desGeldumlaufs aii dieSchwaiikungen 
des Geldbedarfs und die Aufrechterhaltiing der deutscheii Valuta. 
Im wesentlichen handelte es sich bei diesen Ausgabeír darinn, 
die Rücksicht auf die unbedingte Einlösbarkeit der Noten in voll- 
wertigenl Geld zu nereinigen mit der Rücksicht auf ben im großen 
Ganzen erheblich steigenden, jedoch innerhalb der einzelnen Zeit 
abschnitte beträchtlich schwankenden deutschen Geldbedarf. 
Die Bankiiote ist kein unbegreiizt aiiweiidbares Mittel zur Be 
friedigung der Veränderungen des Geldbedarfs, beim die Ausgabe 
von Banklioten findet ihre Schranken an ihrer Einlösbarkeit in voll 
wertigem Gelde. Sobald die Einlösbarkeit der Noten in Frage ge 
stellt ist, wird sie niemand mehr freiwillig zii ihrem Neruiwert in 
Zahlung nehmen; verleiht ihnen aber der Staat den Zwaugskurs,
	        
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