Full text: Kritische Geschichte der Nationalökonomie und des Socialismus

822 
nur zwei Elementen bestehenden wirthschaftlichen Combination 
begrenzt sich hienach quantitativ von selbst, sobald ein Preis, 
die ursprünglichen Productionskosten, alsdann irgend ein Hatz 
für die Transportkosten und endlich der Anspruch auf einen 
Rest von Reingewinn, ohne welchen die Production kein Inte- 
lesse haben würde, thatsüchlich gegeben sind oder in willkür 
lich angenommenen Grössen vorausgesetzt werden. Die Hinoin- 
ziehung erfahrungsmässiger Data ist für den allgemeinen Inhalt 
der Schlussfolgerungen ganz überflüssig, und Thünen hätte sich 
füi diesen Zweck seine Tellowschen Ansätze ersparen können. 
Wie auch die betreffenden Grössenelcmento beschaffen sein 
mögen, so ergiebt sich eine Schranke stets von selbst, und die 
Allgemeinheit sowie Schnelligkeit und Tragweite des Denkens 
wird durch empirische Einmischungen nur behindert und ein 
geschränkt. Die logische Eleganz bringt es hier sogar mit 
sich, dafür zu sorgen, dass jegliches Beispiel nur als Erläute 
rungsmittel und Nachhülfe des unentwickelten Denkens, nicht 
aber selbst als Beweisstück erscheine. Der Urheber des Schema 
ist in dieser Beziehung noch nicht consequent genug verfahren, 
und ihm, der sich ein wenig auf Kantische Reminiscenzen 
stützte, darf es nicht unbemerkt hingehen, dass er unerhebliche 
Thatsachen und speciellere Data schon da als wesentlich ein 
schaltete und häufte, wo er ohne Weiteres und ohne secundäre 
Berufungen seinen Schluss ziehen konnte. Es zeigte sich in 
der Vernachlässigung dieser schärferen Abstraction und dieses 
weitertragenden Denkens derselbe Zug, welcher je länger je 
^mehr die mathematischen Beengtheiten veranlasst hat. Die 
Entschuldigung, dass ohne die speciellen erfahrungsmässigen 
Thatsachen, die nach Tellowschen Ansätzen und Mecklenbur 
gischen Zuständen in den isolirten Staat hinübergenommen 
worden, die Brücke vom Schema zur Wirklichkeit nicht zu 
finden sei, ist nicht stichhaltig. Im Gegentheil hat Thünen 
den sonst guten Zug seiner Methode dadurch beeinträchtigt, 
dass er die positiven Thatsachen und absoluten Grössonbestim- 
mungen von vornherein in sein künstliches Gebilde aufnahm 
und auf diese Weise das Hypothetische oder streng Schema 
tische mit einem Material mischte, welches erst bei der An 
wendung auf die Schlüsse der Wirklichkeit hätte in Frage 
kommen sollen. 
4. Nach dem Vorangehenden erklärt sich die natürliche
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.