fullscreen: Das Hotel- und Gastgewerbe

‚50 
DAS HOTEL- UND GASTGEWERBE 
aufnahmen nicht bezahlt zu werden brauchen. Vorbehalt der 
Sistierung bei Nichtinnehaltung der Erscheinungsdaten könnte 
wohl getroffen werden, erscheint mir aber etwas rigoros. 
7. Platzvorschriften. Das ist einer der knifflichsten Punkte 
im Anzeigengeschäft. Ich empfehle: Größtmögliche Kulanz 
des Inserenten gegenüber dem hier wahrlich nicht auf Rosen 
gebetteten Verleger! Der Inserent aus dem Gastgewerbe er- 
innere sich; wieviel Ärger und Verdruß ihm schon durch solche 
Gäste bereitet worden sind, die eigensinnig auf ein bestimmtes 
Zimmer, einen bestimmten Eckplatz, einen bestimmten Tisch, 
einen bestimmten Sessel oder Stuhl bestehen. Jeder Fachmann 
weiß, was für Schwierigkeiten es zuweilen macht, diese „Spezial- 
wünsche“ und diese „Platzvorschriften‘“ unter allen Umständen 
zu erfüllen. 
In der gleichen Lage befindet sich der Verleger gegenüber 
den Platzvorschriften seiner Inserenten. Jeder Inserent möchte 
für seine Anzeige einen Platz in der Proszeniumsloge haben, 
wo man am besten gesehen wird. Aber der Raum in der 
Proszeniumsloge ist beschränkt, und sie kann nur eine be- 
schränkte Anzahl Gäste aufnehmen. Auch sind die Ansichten 
darüber geteilt, wo die Proszeniumsloge, der beste Platz für die 
Anzeigen, in der Zeitung eigentlich sei. Der Verleger erklärt 
selbstverständlich den Platz für den besten, den er der Anzeige 
gegeben hat. Der Inserent aber meint, daß man ihn zum Be- 
sucher des Topps, wie die Galerie im Volksmund heißt, degra- 
diert habe. Die Differenz ist also fertig, wenn Inserent und Ver- 
leger cholerisch und eigensinnig sind. 
Ein wichtiger Umstand muß noch erwähnt werden. Wenn 
der Zeitungsverleger die ihm nicht gefallende Mode der Platz- 
vorschriften gern beseitigt sehen möchte, so muß er aber auch 
mithelfen, daß der Wunsch nach derartigen Vorschriften so 
wenig wie möglich beim Inserenten geweckt wird. Der 
Verleger muß dafür sorgen, daß beim Umbrechen der 
Anzeigen Geschicklichkeit und schneller Überblick für ein 
gutes, wirkungsvolles Satzbild sich paaren. Das ist bisher nicht 
immer und überall der Fall gewesen. Oft mache ich mir das 
Vergnügen, Zeitungen und Zeitschriften auf die mehr oder 
weniger geschickte Unterbringung der Anzeigen zu prüfen. Da 
entdecke ich dann allzuoft, daß Anzeigen neben-, unter- oder 
übereinander placiert werden, die ihre Wirkung gegenseitig 
aufheben, sich also untereinander totschlagen. Oft lassen sich
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.