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Bischoff, Die Forderungen der Praxis.
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Wicklung der Aktuarwissenschaft dient und auf diesem Wege Tüchtiges
geleistet hat, vorbildlich sein. Freilich an ein Kopieren desselben
kann hier nicht gedacht werden, denn jenes englische Institut,
das in erster Linie die sogenannte Versicherungsmathematik in
Pflege genommen hat, berücksichtigt zu wenig die sonstigen Seiten
des Versicherungswesens und beschränkt sich überdies auf das
Gebiet der Personen Versicherung. Unseren deutschen Bedürfnissen
und Wünschen würde nur eine erheblich erweiterte Versicherungsakademie
genügen können, in der alle Wissenszweige, die auf das
öffentliche und private Versicherungswesen von Einfluß sind, gepflegt
werden. Ein solches Institut würde am Sitze einer bedeutenden
Universität einzurichten sein, da es in den meisten Fächern nicht
eigene Lehrkräfte beschäftigen könnte, sondern auf diejenigen der
Universität angewiesen wäre. Auch jene Pflege der Versicherungsmedizin,
von der uns Herr Professor Dr. Flor schütz gesprochen
hat, würde insbesondere auf dieser Versicherungsakademie zu betreiben
sein.
Dabei möchte ich einem Mißverständnis entgegentreten, das
mehrfach zur Bekämpfung dieser ganzen Idee der Einrichtung einer
besonderen Versicherungsakademie geführt hat: Es handelt sich bei
dem betr. Institut keineswegs in erster Linie darum, den Unterricht
in der Versicherungswissenschaft zu fördern. Zu letzterem Zwecke
ist allerdings eine besondere Versicherungsakademie nicht erforderlich;
dazu reichen Universität und Handelshochschule aus, wenn man sie
mit entsprechenden Einrichtungen ausstattet. Die erwähnte Akademie
— die übrigens der vollen Freiheit einer Universität bedürfte —
soll die Stelle bieten, an der die Forschungsarbeit unseres wissenschaftlichen
Gebietes einen festen Mittelpunkt und eine Organisation
erhält. Ohne eine solche ständige, ganz und gar im Dienste jener
wissenschaftlichen Aufgabe wirksame Einrichtung kann meines Erachtens
die auf die Fortentwicklung der Versicherungswissenschaft
verwendete Arbeit nicht den erwünschten Ertrag liefern. Auch
unser Verein für Versicherungswissenschaft vermag natürlich in
ausreichendem Maße die Organisation jener wissenschaftlichen
Forschungsarbeit für sich allein nicht durchzuführen, so sehr er auch
dazu berufen sein würde, mit einer Akademie der erwähnten Art
Hand in Hand zu arbeiten. Und ebensowenig vermag ich mich zu
der Ansicht zu bekennen, daß die in Rede stehende wissenschaftliche
Aufgabe nebenher an den verschiedenen Universitäten und Handelshochschulen
genügend wird wahrgenommen werden können.
Ich erachte es daher als eine wichtige Aufgabe auch unseres
Vereins, im Interesse der Fortentwicklung der Versicherungswissenschaft
diesen Gedanken der Einrichtung einer Versicherungsakademie
recht nachdrücklich weiterzuverfolgen, zu prüfen und
zu klären.
Dabei wolle auch das beachtet werden, daß eine derartige versicherungswissenschaftliche
Hochschule die Praxis der Aufsichtsbehörden
wie auch die Praxis des Reichsversicherungsamts vielfach
in rechter Weise beeinflussen könnte. Gerade wenn unsere Wissenschaft