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Bise hoff, Die Forderungen der Praxis.
in dieser Weise organisiert und zu einer einheitlichen Entfaltung
gebracht wäre, würde sie noch umsomehr den erwünschten Regulator
für die immer umfassender werdende Wirksamkeit der Behörden
auf unserem Gebiete abgeben.
Die Arbeiten einer solchen Akademie würden sich übrigens
wieder auch an die praktischen Aufgaben des öffentlichen und
privaten Versicherungswesens anzulehnen haben, wie das z. B. in
England und in den Vereinigten Staaten auf seiten der Versicherungswissenschaft
der Fall ist. Selbst die Tagesereignisse unseres Gebiets,
wie sie etwa in der Fachpresse erörtert werden, sollen von der
Wissenschaft nicht unberücksichtigt gelassen werden. Die Wirklichkeit,
so, wie sie ist, nicht nur so, wie sie sein sollte, erheischt ja, wie
schon gesagt, Beachtung bei jener Arbeit, die zur Vervollkommnung
unserer Wissenschaft führt.
Mit der betreffenden Versicherungsakademie könnte z. B. auch
die Zentralstelle für versicherungswissenschaftliche Literatur verbunden
werden, die sich als ein wichtiges Erfordernis bei der
Förderung unserer Wissenschaft erweist. Von eben jenem Institute
ließe sich ferner am besten das Studium ausländischer Versicherungseinrichtungen
in die Wege leiten. Zu diesem Zwecke müßten der
Akademie entsprechende Stipendien zur Verfügung stehen, ebenso
auch für literarische Preisausschreibungen. Auch bei der Vorbereitung
und Durchführung nationaler und internationaler Kongresse
würde die Versicherungsakademie als ein wichtiger Faktor sich
bewähren.
Wie im einzelnen dieses Institut herzu richten wäre, das ist eine
Frage, die ich hier nicht entscheiden möchte, die vielmehr — wie
schon an gedeutet — einer eingehenden Prüfung, auch seitens unseres
Vereins, bedürfte. Es ließe sich ja vielleicht daran denken, das
Göttinger Seminar in dem erwähnten Sinne auszugestalten. Ich bekenne
aber offen, daß in diesem Falle das Göttinger Institut sehr
vieler und tiefgreifender Änderungen bedürfte.
Bei der Wissenschaftsarbeit der Akademie würden nach Möglichkeit
auch Praktiker zu beteiligen sein. Es ließe sich in diesem
Sinne eine, wenn auch nur wenig umfangreiche, besondere Karriere
schaffen ; wissenschaftlich interessierte Herren würden in die Versicherungspraxis
eintreten, um später einmal ein Lehramt an der
Versicherungsakademie zu bekleiden. Ich verkenne nicht, daß in dieser
oder ähnlicher Beziehung erhebliche Schwierigkeiten obwalten, aber
ich teile doch nicht das Bedenken des Herrn Dr. Moldenhauer, daß
diese mit dem Plane einer Versicherungsakademie verbundenen
Schwierigkeiten so groß wären, daß sie sich nicht überwinden ließen.
Was im übrigen die Mitarbeit der Praktiker bei der Entwicklung
der Versicherungswissenschaft betrifft, so ließe sich auch der von
Manes gemachte Vorschlag, es möchten bei den versicherungswissenschaftlichen
Prüfungen an Seminaren usw. Männer der
öffentlichen oder privaten Versicherungspraxis als Examinatoren
mit zugezogen werden, wohl in Erwägung ziehen. Es ist mir allerdings
zweifelhaft, ob die maßgeblichen Behörden einem solchen