I )cbatte.
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hoch sch ulen ungegliederte Versicherungsabteilungen ihre
Pflicht nicht getan haben, sollte man von der Gründung einer besonderen
Akademie Abstand nehmen.
Professor Dr. v. Bortkiewicz-Berlin :
Ich möchte mir erlauben, zunächst an das, was von Herrn
Prof. Dr. Bohlmann geäußert wurde, anzuknüpfen. In seinen
Ausführungen ist ein Gegensatz zutage getreten gegenüber dem
Standpunkte, den die meisten Referenten eingenommen haben, und
der auch in den vorliegenden Anträgen zum Ausdruck gekommen
ist. Namentlich hat sich eine derartige Meinungsdifferenz gezeigt
zwischen Prof. Bohlmann auf der einen Seite und Regierungsrat
Pietsch auf der andern Seite. Das war auch zu erwarten, weil ja
beide dasselbe Gebiet der Versicherungsmathematik ausschließlich
berücksichtigt haben. Aber ich glaube, daß ein ähnlicher Gegensatz
bis zu einem gewissen Grade auch bezüglich der Versicherungsökonomie
und des Versicherungsrechts sich feststellen läßt. Es
handelt sich darum, daß man entweder ' die Pflege oder die Förderung
der Wissenschaft als solcher ins Auge fassen kann, wobei es
darauf ankommt, den Bestand der Wissenschaft durch neue Erkenntnisse
zu bereichern und die alten Wahrheiten zu vervollständigen,
oder aber es kann darauf ankommen, die betreffenden Kenntnisse
zu verbreiten, sie einer möglichst großen Zahl von Personen beizubringen.
Auf diesen doppelten Gesichtspunkt hat übrigens bereits
Direktor Bischoff in seinen ausgezeichneten Erörterungen hingewiesen.
Was nun die Popularisierung der Versicherungswissenschaft anlangt,
so ist sowohl in dem Vortrag des Regierungsrats Pietsch als auch
in dem vorliegenden Entwurf der Leitsätze zum Ausdruck gebracht,
daß die Kenntnis des Versicherungswesens Gemeingut des ganzen
Volkes werden soll, daß, mit andern Worten, die Versicherungswissenschaft
wenigstens in ihren Grundzügen allen beigebracht
werden soll. Es ist ja an sich erwünscht, daß diese Kenntnis eine
möglichst große Verbreitung findet; aber ich meine doch, daß man mit
derartigen Forderungen etwas zu weit geht. Offenbar läßt man sich
dabei nicht etwa davon leiten, daß die Versicherungswissenschaft ihrem
Inhalte nach sich besonders dazu eignet, den Verstand zu bilden
oder sonst irgendwie die Bildung zu fördern, sondern man geht
davon aus, daß das Versicherungswesen in neuerer Zeit so an Ausdehnung
gewonnen hat, daß nahezu jeder Mensch in Berührung
damit kommt, und daß aus diesem Grunde alle über dieses Gebiet
orientiert sein müßten. Ich nehme nun keinen Anstand, zu erklären,
daß ich diese Gedankenverknüpfung nicht für zutreffend halte.
Denn wohin würde es führen, wollte man auf anderen Gebieten
ähnlich verfahren und etwa sagen, daß alle Menschen, die ihr Geld
auf die Sparkasse tragen oder sonstwie verzinslich anlegen, mit der
Theorie und Praxis des Kreditwesens vertraut sein müßten. Ich
glaube, daß es gerade die Signatur der modernen Zeit ist, daß das
Leben so verwickelt geworden ist, daß der Einzelne nicht in der Lage
ist, die verschiedenen Leistungen, die ihm von diesen oder jenen Organi-