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werde, sei sie darauf angewiesen, an die Warenhäuser zu
verkaufen, von denen die Preise gedrückt würden.
Von der andern Seite äusserte man Bedenken, einen
so hohen Satz anzuwenden, wodurch die betroffenen Geschäfte
„erdrosselt“ würden. Durch eine Erdrosselungssteuer
(und das wäre dieselbe, da sie mit Umlagen 10—14%
des Umsatzes betrage) unterdrücken dürfe man die Warenhäuser
nicht, da dies gegen das Prinzip der Gewerbefreiheit
verstosse. Die Geschäfte, die eine „aussergewöhnUche
Ausdehnung haben und in aussergewöhnlicher Form betrieben
werden,“ durch die Steuer zu treffen, sei gar nicht möglich, da
jeder Tag neue Formen im Geschäft einführe, und durch eine
solche Steuer höchstens jeder Fortschritt im Erwerbsleben gehemmt
werde. Der Kampf, den man gegen die Bazare führe,
erinnere an den aussichtslosen Kampf, den man früher gegen
die Maschinen geführt habe. Ein Teil der Detaillisten auf dem
Lande beziehe seine Waren von den Warenhäusern und werde
dadurch selbst geschädigt. Den Consumenten würden die
Waren verteuert, da die Steuer doch blos auf diese abgewälzt
werde. Wenn man die Abzahlungsgeschäfte vernichte,
so würden dadurch ebenfalls die kleinen Leute geschädigt ;
die Vorteile, welche die kleinen Geschäftsleute durch Beseitigung
der Warenhäuser erringen würden, würde ihnen
durch Erhöhung der Mieten wieder genommen. Die ausserbayrischen
Versandtgeschäfte würden die Kundschaft an
sich ziehen;!) wenn man gegen die Warenhäuser vorgehe,
dürfe man auch die industriellen Grossbetriebe nicht schonen,
da diese ja auch das Kleingewerbe vernichten. Auch
seien die Warenhäuser nicht etwa alle unreell; unreelle
Betriebe gebe es auch im Kleinhandel. Im
*) Auch in der Begründung zum preuss. Gesetzentwurf betr. der
Einführung der Warenhaussteuer v. 18. Juli 1900 heisst es: „Es scheint
keineswegs ausgeschlossen, dass Warenhäuser aus Bundesstaaten, in denen
sie einer Umsatzsteuer unterliegen, nach Preussen übersiedeln und hierdurch
die Lage der Kleinbetriebe weiter verschlechtern. Die Tatsache,
dass z. Z. der grösste derartige Münchner Betrieb, der schon jetzt Filialen
in grösseren Städten des Westens unterhält, auch in Berlin ein Warenhaus
grössten Stils errichtet,' lässt diese Besorgnis als nicht unbegründet
erscheinen,“