Object: Geschichte des Bremer Binnenhandels im 19. Jahrhundert namentlich unter den alten Verkehrsformen und im Übergang

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Zwischen Ems und Weser baute Oldenburg neben Begradigungen 
und Verbesserungen der Hunte seit Anfang der fünfziger Jahre an 
einer Verbindung des ostfriesischen Kanalnetzes mit der Hunte durch 
den Hunte-Emskanal. 1 ) 
Einen regen Verkehr hat diese Gegend gehabt, als wegen der 
Kontinentalsperre in den Jahren 1804 ü. ff. die Weser blockiert war, 
damals war Emden eine Zeitlang das Tönning Bremens, die Waren 
gingen das Aper Tief aufwärts nach Hengstforde oder nach Nordloh, 
von da per Achse nach der Hunte oder aber ganz nach Bremen. 2 ) 
Von Hengstforde sollen manchmal an einem Tage hunderte von 
Frachtwagen abgegangen sein. Kaufleute liefsen sich in Hengstforde 
nieder oder errichteten Filialen. 3 ) Was ein Transport per Achse in 
dieser Gegend damals besagen wollte, kann jeder ermessen, der auch 
nur per Bahn heute hindurch gefahren ist. Dazu kam, dafs die 
Emder Kaufleute nicht auf eine so umfangreiche Spedition ein 
gerichtet waren. 4 ) Die Kalamität war sehr grofs, Achsgut ging 
auch noch über Emden-Aurich, Oldenburg oder Emden-Aurich-Varel. 
In dieser Zeit entdeckte man die vorzügliche Schiffbarkeit der 
Jade, gegen die ein altes Vorurteil bestand, und seitdem wurde 
der Transport in die Jade nach Varel, von da per Achse über 
Rastede nach Oldenburg und Bremen direkt oder nach dem Nord 
hauser Sie! und Burhave an die Weser geleitet, wo -auf Kähne um- 
*) s. dazu Strackerjan, Zeitschrift für Verwaltung und Rechtspflege 
im Grofsherz. Oldenburg, Band V, 1878, S. 243—246; L. 0 Brandt, 
Der Ausbau des Hunte-Ems-Kanales, Denkschrift des nordwestdeutschen Kanal 
vereins, Oldenburg 1898; Kurs, Tabellar. Nachrichten. 1836—1847 wurden 
verschiedene Begradigungen und Durchstiche an der Hunte vorgenommen, 
1855—1861 direkte Vertiefungen, denen noch stets Baggerungen folgten; der 
Hunte-Ems-Kanal war 1878 4800 m von der Hunte her fertig, er ist in den 
neunziger Jahren vollendet. Die Hunte hat nur einen schiffbaren Nebenflufs, 
die Ollen, die eigentlich ein alter Weserarm ist und bis Berne einen Klein 
verkehr aufnimmt. Vergl. w. a. Georg Sello, Alt Oldenburg, Oldenburg u. 
Leipzig 1903, S. 111; ders., Oldenburgs Seeschiffahrt in alter und neuer Zeit, 
Leipzig 1906, S. 18; Reinhold, Praktische Anweisung, Frachtfahrzeuge für 
Ströme, Flüsse und Kanäle aus Eisen so zu erbauen, dafs der Schiffahrtsverkehr 
ungehindert fortgesetzt und ausgedehnt werden kann, mit besonderer Rücksicht 
auf die obere Ems, auf ihre Neben-Arme und benachbarten Flüsse und deren 
Verbindung mit der Ems, Berlin 1852, S. 4 ff. 
2 ) W T . v. Bippen, Geschichte der Stadt Bremen, Bd. III., 1904, S. 316 
bis 317. 
8 ) L. Strackerjan, Zeitschrift f. Verwaltung und Rechtspflege im 
Grofsh. Oldenburg. V. Bd., 1878, S. 249. 
4 ) W. v. Bippen, Bd. III, S. 339, Blockaden vom August 1804 bis 
Herbst 1805, S. 1807.
	        
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