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Verkehrsstandpunkte aus frei zu regeln und auf diese Weise
ihre vornehmste Funktion im modernen Wirtschaftsleben,
die Zirkulation möglichst elastisch zu gestalten, einbüsst.
3. Das Agio.
Das Agio vor der Notenemission.
Es ist, das Aufgeld, welches iu Serbien bei Erwerbung
von Goldmünzen über deren nominellen Wert zu zahlen ist.
Das Auftreten des Agios findet seine Erklärung in der Art
und. Weise, wie das serbische Münzwesen, im Zusammenhänge
mit den Ereignissen auf dem Gebiete der Edelmetallproduktion
im vorigen Jahrhundert, geordnet wurde. Nachdem das Wertverhältnis
zwischen Gold und Silber nach mehrfachen Schwankungen,
die es im Laufe der Geschichte, namentlich infolge
stärkerer Ausbeute der beiden Metalle seit der Entdeckung
Amerikas erfahren hat, gegen Ende des 18. Jahrhunderts dasjenige
von 1:15 1 j„ angenommen hatte, bewahrte es dasselbe
unter unbedeutender Modifikation bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts.
Die gesteigerte Goldproduktion, welche zu dieser
Zeit durch die Auffindung der Goldlager in Kalifornien und
Australien hervorgerufen wurde und den Goldvorrat der Welt
bedeutend vermehrte, drückte auf den Wert des nun reichlicher
vorhandenen Metalls; es erfuhr infolgedessen das bisherige
Wertverhältnis eine Verschiebung zu Ungunsten des
Goldes. Welchen Einfluss diese Wertveränderung der edlen
Metalle auf die Geldverhältnisse ausgeübt hat, soll hinsichtlich
des Geldwesens Frankreichs gezeigt werden, welches nachher
in Serbien zum Teil Nachahmung gefunden hat. Frankreich
hesass gesetzlich die Doppelwährung, und zwar auf Grundlage
des in der Hauptsache auch auf dem Markte geltenden Wertverhältnisses
von 1:15 V 2 , was zu bedeuten hatte, dass die
Zahlungen nach dieser Wertrelation beliebig in Gold oder in
Silber geleistet werden konnten. Das im Jahre 1851 eingetretene
Sinken des Goldpreises hatte zur Folge, dass die,
französischen Silbermünzen zum grössten Teile aus dem Verkehr
verschwanden und durch Goldstücke ersetzt wurden.