18
durch seine Münzreform der bisherigen Verwirrung im Münzwesen
ein .Ende machen wollte. Es sollten von nun an aus
einem Pfund Gold 72 Solidi geprägt werden, welche 4.53—4.55
Gramm wogen, wonach das römische Gewichtspfund ungefähr
zu 326—327 Gramm zu rechnen ist. Es wurden auch Multipla
des Solidus geschlagen, wichtiger sind aber seine Teilmünzen,
u. z. der Halbsolidus, der sogenannte Semissis zu 2.27 Gramm
und der Triens oder Tremissis zu 1.52 Gramm. Diese Währung
hat nun bis zum Untergang des byzantinischen Reiches unverändert
bestanden. 1 ) Was die Silbermünzen anbelangt, so ist
das Normalgewicht derselben wegen der schlechten Prägung
nicht mit Sicherheit zu bestimmen, sowie überhaupt in der
Silberprägung jene Beständigkeit nicht wahrzunehmen ist, wie
bei den Goldmünzen. Wie den Solidus, scheint Konstantin
auch die Silbermünze als 1 / 1 „ eines Pfundes, somit 4.55 Gramm
schwer, zuerst geprägt zu haben. Dieses Silberstück galt
gleich 1 / 1000 des Goldpfuudes und erhielt daher den Namen
Miliarense, kam aber erst im VII. Jahrhundert unter Heraclius
für die Geldverhältnisse in Betracht, da es bis zu dieser Zeit
nur selten geprägt wurde. Dagegen war die gewöhnliche
Silbermünze in der Periode von Konstantin bis Heraclius ein
kleineres Nominal von ungefähr 1 j Ui Pfund = 2.27 Gramm,
die siliqua, deren 24 auf einen Solidus gerechnet wurden.
Seit Heraclius schlug man aus einem Pfund Silber 48 sogenannte
Miliaresien 4 6.82 Gramm oder zweimal so viel, also
96 Silberstücke 4 3.36 Gramm, welche Kerations (xe.oaxiov)
benannt wurden und wie die Siliqueen den Wert von 1 /« i des
Solidus hatten * 2 ), während die Miliaresien zu 1 / ]2 des Solidus
gerechnet wurden. Nach Sabatier, welcher die Wertberechnung
des Solidus seit Konstantin in 3 Perioden einteilt, hatte der
Goldsolidus zuletzt, d. h. vom IX. Jahrhundert bis zum Ealle
') Mommsen. Geschichte des römischen Münzwesens, 1860. S. 775
bis 782.
2 ) Nach Ridgeway (The origin of metallic currency and weights
Standards. Cambridge 1892. S. 181) sind die siliqua und das ztp« tiov
(wovon auch das Wort Karat) identisch und auf den Kern des Johannisbrotbaumes
(ceratonia siliqua) zurückzuführen.