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die Bedingungen der Konkurrenz auf sie hindrängen, da wird sie auf die Dauer nicht
fernzuhalten sein. Es ist dann richtiger, sich auf die Bekämpfung der mit Stückarbeit
verbundenen Gefahren einzurichten, als einen Teil der Energie auf aussichtsloses Stemmen
gegen das unvermeidlich Gewordene zu verschwenden. Die Gefahren der
Stückarbeit sind . . . nicht unüberwindlich.«
Wer sollte diese Denkweise nicht annehmen? Wenn man dies
aber tut, wenn man die Notwendigkeit einräumt, dass die Lohnbemessungsmethode
auch dem Zwecke dienen muss, eine bessere
und vollere Ausnützung des Produktionsfaktors Arbeitskraft unter
entsprechender Garantie zu bewirken, dann muss auch alles Streben
darauf gerichtet werden, der Stücklöhnung weitere Verbreitung
zu verschaffen, denn sie ist geeignet, zu jenem Ziel zu führen;
sie entspricht dem natürlichen Streben des »employers«, die Produktivität
auch durch Steigerung der Leistungen der menschlichen
Arbeitskraft zu erhöhen, und sie bietet dem Arbeiter die Möglichkeit,
in der Zeiteinheit eine höhere Verdienstquote zu erlangen.
Wenn nun auch Bernstein anfänglich nicht ausdrücklich die
oben besprochenen Zeitlohnprämiensysteme schlechthin empfahl,
so tat dies 5. Webb, indem er als den einzigen stichhaltigen Einwand
gegen das Prämienbonussystem die Gefahr gelten lässt, dass
zufolge Vermehrung der Arbeitsleistung des einzelnen Arbeiters
»eine Anzahl Arbeiter ausser Arbeit werde geworfen werden« und
diesen Einwand als Trugschluss zurückweist, und zwar vor allem
deshalb, weil die Nachfrage nach Maschinen aller Art unendlich
ausdehnungsfähig sei und mit jeder Preisermässigung zunehme 1 ).
Andere wirkliche E i n w ä n d e hebt Bernstein hervor, vor allem:
1. die Schwächung der Arbeitersolidarität, denn die Diffenzierung
der Lohneinkommen treibe den Keil in die Arbeiterschaft,
2. die Ausscheidung der weniger leistungsfähigen Arbeiter
seitens der Unternehmer,
3. unkollegiales Verhalten der leistungsfähigeren gegenüber
den schwächeren, namentlich beim System t>Goodfellowship«,
wo der minder leistungsfähige den leistungsfähigeren
in seinem Lohnerfolge beeinträchtigen kann.
Aber nur Schwächen seien das, die wolii ein gewisses Misstrauen
rechtfertigen könnten, nicht aber grundsätzliche Gegnerschaft.
Im übrigen steht er offenbar dem System mit der Forderung der
gleichen Bedingungen gegenüber wie Sidney Webb: 1. Anerkennung
1) Sozialist. Monatshefte 1902, II. Bd. S. 923.