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Zweites Buch. Die Gegner.
des Saint-Simonismus besteht darin, daß er von der wirtschaftlichen
und politischen Revolution unmittelbar abstammt, die Frankreich und
Europa am Ende des 18. und am Anfang des 19. Jahrhunderts er
schütterte. Der Saint-Simonistische Sozialismus drückt keine nnbe-
, stimmte Hoffnung auf eine primitive und chimärische Gleichheit ans;
er ist im Gegenteil der Ausdruck eines jugendlichen Enthusiasmus
für die neue industrielle Ordnung, die aus den mechanischen Erfin
dungen und den wissenschaftlichen Entdeckungen geboren ist. Er
behauptet, den modernen Geist in seinen grandiosesten Gedanken zu
vertreten. Er drückt all die großherzigen Zukunftshotfnungen der
neuen bürgerlichen Klassen aus, die durch die Revolution von der
Vormundschaft des Adels und der Geistlichkeit befreit worden waren,
und die die reaktionäre Politik der Restauration in ihrem Vormarsch
bedroht. Nur geht er über den intellektuellen Horizont des liberalen
Bürgertums hinaus. Er ahnt schon die Rolle, die in der Zukunft die
Arbeiterklassen spielen können, und bereitet sich darauf vor, sie zu
führen. Plr wendet sich jedoch hauptsächlich an die kultivierten
Klassen, an die Ingenieure, die Bankiers, die Künstler und die Ge
lehrten. Diesen meistens aus den begüterten Klassen hervorgegangenen
Männern predigt der Saint-Simonismus den Kollektivismus und die
Abschaffung des Erbrechtes als das sicherste Mittel, eine neue Ge
sellschaft zu gründen, die sich auf die Wissenschaft und die In
dustrie aufbaut. Hierauf beruht das Aufsehen, das seine Ideen
erregten.
Wenn mau sich bemüht, seinen Anfängen nachzugehen, so kommt
man dazu, in dem Saint-Simonismus mehr eine unerwartete eigen
eigene wirtschaftliche Lehre schon abgeschlossen war. Weder 'Saint-Simon, noch
Bazard kennen Foubibr’s Schriften. Wahrscheinlich war es um 1829, daß Eneantin
Kenntnis von Eoukier’s Werken erhielt, aus denen er nur das nahm, was die freie
Liebe und die Theorie der Leidenschaften betraf. Daher sagt Bouegin: „Wenn
Fourier zu etwas gedient hat, so war es dazu, die Auflösung des Saint-Simonismus
zu beschleunigen.“ (H. Bouegin: Fourier, S. 419, Paris, 1905.)
Was die englischen Sozialisten anlangt, so erwähnen die Saint-Simonisten sie
nie. Der Gedanke, daß die Arbeit allein den AVert begründe, eine Idee Eicahdo’s,
die den Theorien Thompson’s und Owen’s, wie später der von Marx als Grundlage
dient, bleibt ihnen vollständig fremd. Sie hielten die Begriffe „Wert, Preis, Pro
duktion, die keine grundlegende Idee über die Zusammensetzung oder die Organisation
der Gesellschaft erfordern“, für „belanglose Einzelheiten“ (Producteur, Bd. IV,
8. 388). Ihre Lehre ist vor allem sozial, und nur nebenbei streifen sie die eigentliche
Nationalökonomie. Enfantin unterläßt es nie, Quesnay und seine Schule sorgfältig
von Smith und Say zu trennen. In seinen Augen hat der erste seinen Arbeiten
einen sozialen Charakter gegeben, den die Ekonomisten zu Unrecht vernachlässigt
haben. A. Comte kritisiert später die Volkswirtschaft in fast gleichen Ausdrücken
im IY. Bande seines Cours de Philosophie Positive, und hierin liegt unter
vielem anderen ein weiterer Beweis für das, was er dem Saint-Simonismus verdankt.