Full text : Organisierte Arbeit

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dere  Zeitungen  bestehen  ausschliesslich  zu  ihrer  Förderung,  und
Label-Ligen  mit  männlichen  und  weiblichen  Mitgliedern  betreiben
die  Propaganda  in  vielen  Staaten.
Im  Anfang  unterstützten  die  Gerichte  die  Unternehmer  bei
der  Nachahmung  der  Label,  indem  sie  dieselben  des  Schutzes
der  Patent-  und  Nachdruckgesetze  beraubten,  da  in
dem  Produkte  kein  Besitzrecht  der  Arbeiter  verkörpert  sei
und  sie  also  durch  Nachdruck  keinen  finanziellen  Schaden  erleiden
könnten.  Diese  Entscheidung  im  Prozess  der  Zigarrenmacher  gegen
Kohnheim  in  Minnesota  wurde  von  verschiedenen  Gerichten  bestätigt. ­
  So  mussten  die  Gewerkschaften  erst  Staatsgesetze  erwirken, ­
  welche  die  Nachahmung  der  Label  unter  Strafe  stellten.
Derartige  Gesetze  waren  bis  1895  in  24  Staaten  erlassen.  Die
verfassungsmässige  Berechtigung  derselben  ist  in  Gerichtsentscheidungen ­
  anerkannt  worden  und  die  Gerichte  von  Illinois  haben
sogar  erklärt,  dass  es  berechtigt  sei,  auf  dem  Label  anzuführen,
dass  es  „im  Kampfe  gegen  schlechtere  Arbeit,  die  von  Kulis,  Gefangenen ­
  und  in  schmutzigen  Werkstätten“  diene. 1 )
Alle  Vorsichtsmassregeln  sind  getroffen,  um  das  Label  nur
durch  ein  Mitglied  der  Gewerkschaft  anbringen  zu  lassen.  Es
besteht  meist  aus  einem  gedruckten  Papierstreifen,  der  auf  die
Waren  oder  ihre  Packung  geklebt  wird.  Die  Kleidermacher  nähen
es  an  der  Innenseite  der  Taschen  an,  die  Stiefelarbeiter  drücken
es  mit  einem  Stahlstempel  auf  die  Sohle,  die  Hufschmiede  ebenso
auf  das  heisse  Eisen,  die  Ziegelmacher  stempeln  es  mit  einer
Messingwalze  dem  weichen  Ton  ein.  Einzeln  werden  Label  nicht
verkauft;  sie  sind  numeriert  und  einer  genauen  Buchführung
unterworfen.
Das  Label  ist  also  eine  Versicherung  zwischen  Arbeiter  und
Konsument.  Niemand  wünscht  ein  Hemd  auf  dem  Körper  zu
tragen,  eine  Zigarre  in  den  Mund  zu  stecken,  die  von  schmutzigen
oder  kranken  Menschen  gemacht  ist,  aber  ohne  Label  kann  er
nicht  wissen,  ob  mehr  als  die  äussersten  Anforderungen  des  Gesetzes ­
  erfüllt  sind.  Teilweise  tritt  dazu  noch  eine  Qualitätsgarantie; ­
  die  Zigarrenarbeiter  bringen  kein  Label  auf  Zigarren
an,  die  unter  80  Mk.  das  Tausend  verkauft  werden.
Die  Hauptsache  aber  bleibt  die  Organisierung  der  Arbeiter
als  Konsumenten,  auf  die  die  Unternehmer  jedes  Jahr  mehr  anl

 )  Siehe  den  Artikel  von  John  Graham  Brooks  im  Blatt  des  Arbeitsamtes.
            
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