Full text: Baugenossenschaften und der Berliner Spar- und Bauverein

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nur ein sehr schmaler Hofraum übrig, der für die nach innen 
gelegenen Wohnungen nicht genug Licht und Luft zuläßt. 
Mit einer derartigen Bebauung durfte der Verein, der vor 
allen Dingen den Anforderungen gesundheitlichen Wohnens 
genügen wollte, nicht rechnen. Es mußte ein größerer Hof- 
raum geschaffen werden, der auch den nach der Innenseite 
gelegenen Wohnungen ein reichliches Maß von Licht und 
Luft zuführte. Eine derartige Bebauung konnte aber nur 
erreicht werden, wenn man zwei Grundstücke in der Weise 
aneinander legte, daß das schmale Rechteck des einfachen 
Grundstückes sich zu einem Quadrat erweiterte. Man erhielt 
dann ein Vorder- und ein Hinterhaus und als Verbindung 
zwischen beiden zwei Seitenflügel; in der Mitte blieb aber 
ein großer Raum unbebaut, der als Luft- und Lichtquelle 
diente. 
Es war nicht leicht ein passendes Grundstück zu einem 
Preise, der noch eine Rentabilität erwarten ließ, zu finden. 
Nachdem man längere Zeit gesucht hatte, gelang es, ein 
Doppelgrundstück von der Moabiter Terraingesellschaft zu 
erwerben, das 2814 qm umfaßte. Es handelte sich nun darum, 
einen Bauplan zu entwerfen, dessen Ausführung den Zwecken 
des Vereins vollkommen genügte. Der Verein hatte das Glück 
in dem Regierungsbaumeister Professor Messel ein Vorstands 
mitglied zu besitzen, das eine reiche Erfahrung auf dem 
Gebiete des Baues kleiner Wohnungen gesammelt hatte. 
Professor Messel hat nicht nur den ersten Plau, sondern auch 
alle folgenden für den Verein entworfen. Er hat die Aus 
führung der Bauten geleitet, ohne daß er für diese umfang 
reiche Tätigkeit irgend welche Entschädigung beansprucht 
hätte. 
Der 12. November 1893 ist insofern für den Verein ein 
denkwürdiger Tag, als an ihm der Grundstein für das erste 
Genossenschaftshaus Sickingen-Str. 8 gelegt wurde. Mit dem 
Bau des ersten Hauses wurde man am 1. Oktober 1894, mit 
dem zweiten am 1. April 1895 fertig. Von den 2814 Quadrat 
metern des Doppelgrundstückes wurde noch nicht die Hälfte, 
nämlich nur 1211,68 qm bebaut. So entstand ein sehr ge 
räumiger Hof, den man durch gärtnerische Anlagen zu einem 
angenehmen Aufenthaltsort zu machen suchte. Die Anordnung
	        
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